Review
von Leimbacher-Mario
Der Anti-Grease
„Steak“ erzählt von einer seltsamen Gang zwischen „Grease“ und abgewandelten Droogs, zwei Freunden die Teil von ihr werden und den katastrophalen Folgen ihrer Aggressionen… Oder so ähnlich. Denn Quentin Dupieux's Langfilmdebüt (oder zählt „Nonfilm“ schon als das?) ist natürlich alles andere als ein normaler Film, eine normale Geschichte, ein einfacher Guck. Viel mehr ist „Steak“ eine abstrakte Atmosphärecollage aus makabren Missverständnissen, toxischer Männlichkeit, fehlgeleiteter Freundschaft, kaputten Schönheitsidealen und fast troma'tischen Musikvideovibes. Ein französischer Kultfilm, mit dem (nicht) gut Kirschenessen ist.
„Steak“ ist nichts für zarte Filmgemüter. Und dabei ist er weder wunderswie brutal noch pervers. Viel mehr führt er einen durch seine Aussenseiterattitüde und Unberechenbarkeit, sein Chaos und seine Rebellion sehr leicht an die Grenzen. Wenn man den richtigen Humor hat, dann kommt man hier ohne Frage auf seine Kosten. Ich persönlich mag die späteren, aktuelleren Streifen von Dupieux mehr. Aber schon dieses Frühod zeigt, wo die Reise hingehen sollte. Freaky. Für viele ätzend. Für viele genial. Voller Zitate und doch eigenständig as fuck. Bunt und beileibe nie beliebig. Nicht Arthouse. Noch weniger Mainstream. Kurz und konfus. Ein Original. Einfach dubios und Dupieux. Ein French Kiss mit geteilter Zunge wie Schmirgelpapier. Score pusht schon wie in besten Zeiten.
Fazit: eine andersartige und bizarre Irrfahrt des schlechten Geschmacks und der guten Situationskomik. Sollte schon andeuten, was da von Dupieux noch kommen könnte!