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Als Freund von Horror und Science-Fiction hätte man auch früher darauf kommen können, dass das Buch Genesis nicht komplett ist und irgendwo noch die Rede von einem Monster sein muss. Und weiter: Noah hat seinerzeit zwei Archen gebaut, nämlich eine etwas größere für etwa zwei Trillionen Säugetiere, Fische und vor allem Insektenarten und eine nicht so gewaltige für die Kreatur.
Gute Storyvoraussetzungen also für den Sci-Fi Channel, daraus eine hanebüchene Mixtur zu schaffen, doch diese scheitert bereits beim weltraumartigen Monster.

Mal wieder gelingt einem amerikanischen Archäologenteam ein kleines Wunder, denn die Crew um Dr. Nicolas findet eine nicht existent geglaubte Schriftrolle, aus der eindeutig hervorgeht, wo sich Teile der Arche befinden und eventuell auch Noahs Gebeine nebst weiteren Geheimnissen.
Doch in der Wüste Iraks angekommen wird unvernünftigerweise diese unkaputtbare Kreatur freigelassen, die das Ende der Menschheit bedeuten könnte…

Innerhalb der Figurenkonstellation nähern wir uns mit großen Schritten allen dazugehörigen Klischees: Nicolas muss unbedingt seine Ex als Expertin dabei haben und folgerichtig gibt es erst einmal Streit. Dazu kommen zwei blasse Studenten und eine Gruppe des Militärs unter der Leitung eines harschen Majors, dessen stumpfsinnige Äußerungen zumindest phasenweise erheitern können.
Inhaltlich tritt man hingegen bis zum Schluss nahezu auf der Stelle.

Als das Monster so durch die Wüste und verschiedene Lager turnt, holt sich jenes in schön regelmäßigen Abständen Randfiguren und Einheimische, während eine uralte Bruderschaft auf dem Weg ist, ihre ursprüngliche Aufgabe zu erfüllen, damit die Kreatur keinen größeren Schaden anrichtet. „Noahchiten“ nennen die sich, doch bei genauerer Betrachtung müsste doch eigentlich jeder von uns ein Noahchit sein….

Völlig groteske Anwandlungen haften dem Geschehen also latent an, da wird letztlich die halbe Bibel umgeschrieben, es geht um sanfte Religionskritik und final natürlich auch um den Glauben an sich selbst, denn die Bestie kann nur mit dem Originalstab von Noah vernichtet werden, der sich im Übrigen in einem tadellos geleckten Zustand befindet.

Obgleich die Erzählung ein passables Tempo vorlegt, werden allerdings kaum Schauwerte geboten und die urzeitliche Kreatur bringt weder Freude für Trash-Fans, noch Anerkennung von alteingesessenen Monsterfilmliebhabern.
Die Computer-Generated Imagery ist wieder angesagt und man hat dabei den Eindruck, die kompletten Visual Effects könnten aus einem Computerspiel der frühen Neunzigern stammen: Hakelig animiert, handelt es sich bei dem sprungeifrigen Vieh um eine Mischung aus Leguan, Panzertier und einer beliebigen Roboterfigur von den „Transformers“.
Das wirkt gegenüber den vielen biblischen Gleichnissen weder angemessen, noch lustig, sondern einfach nur deplatziert dumm.

Aufgrund jener Bedrohung kann das Geschen natürlich kaum ernst genommen werden, trotz blitzschnell editierter Gewalteinlagen wie Kehlenschnitt, abgetrennten Köpfen oder Arm ab.
Derweil fuchtelt unser Heldentrio zwar an einer Endlösung herum und die Soldaten ballern ihre Magazine auch noch leer, nachdem eine Panzerfaust keinerlei Wirkung zeigte, doch ein überraschendes Intermezzo oder gar Spaß an der Sache will sich schlichtweg nicht einstellen, obgleich ein paar Höhlenexpeditionen kurzfristig Atmosphäre aufkommen lassen.

Denn die zumeist nächtliche Kulisse der Steinwüste wirkt auf Dauer ermüdend, der Score erweist sich als austauschbar, was ebenfalls für die Darsteller gilt, die beileibe keine Glanzleistungen abliefern.
Noahs Arche, geheime Schriftrollen, kryptische Botschaften, ein Geheimbund und eine Urzeitkreatur, - alles Zutaten, die mit etwas Wohlwollen zu unterhaltsamen Trash führen könnten, doch selbst für jene Fans bietet der Streifen ein armseliges Produkt ohne sonderlichen Unterhaltungswert.
2,5 von 10

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