Review

Im Winter ein Jahr ist ein Drama,welches es schafft durch seine Darsteller und atmosphärische Inszenierung zu punkten.Leider findet das Drehbuch meiner Meinung nach lediglich die richtigen Ansätze ohne die Komplexität und emotionale Wucht der Gefühlswelt der einzelnen Charaktere zu verdeutlichen. Die Darsteller Karolin Herfurt und Josef Bierbichler können durch ihr sehr gutes Schauspiel einiges an drehbuchbedingten, fehlenden Emotionen transportieren aber nicht vollständig kompensieren,dafür ist die Charakterzeichnung zu dünn und schon altbekannt.
Kurz zum Inhalt:
Eine scheinbar glückliche 4er Familie,zebricht an dem Selbstmord des geliebten Sohnes.Die Mutter möchte ca ein halbes Jahr später einProträt des gestorbenen Sohnes und der Tochter haben.Dafür muss die Tochter zu dem Maler Max und es beginnt eine Auf bzw Verarbeitung des Schicksalsschlages....

Durch die intelligente Einführung und die taktische Reduktion an Informationen,ist der Film anfangs spannend.Dazu schafft die distanzierte Kamera eine betrübte Atmosphäre und diese bleibt größtenteils aufrecht erhalten.
Das Problem ist,dass durch die Zurückhaltung und Spannungschürfung der Zuschauer sugeriert bekommt,dass hinter dem Ganzen noch etwas mehr stecken muss. Man möchte  mehr über die Beweggründe des Selbstmordes wissen. Doch dazu wird kaum Stellung genommen,noch wird der familiäre Zwist näher beleuchtet. Es werden sich lediglich die klassischen Schuldzuweisungen gegeben,welche durch emotionalen Aufstau zum ausbrechen kommen und auf beiden Seiten scheinbar wohlwissend mehr als Ventil verstanden werden als das es ernstgemeinte Vorwürfe sind.
Der Zuschauer bekommt dabei klassische Verhaltensweisen der einzelen Rollen (Vater,Mutter,Schwester) und deren Umgang mit dem Selbstmord gezeigt. Die Auswirkung auf Umfeld und Arbeit,Beziehungen usw.
Nach ca einer dreiviertel Stunde hat man das Gefühl,dass der Film nicht von der Stelle kommt. Es wird nur immer wieder gezeigt in  welch unterschiedlichen Situationen sich der Schicksalsschlag widerspiegelt.Dabei verennt der Fim sich in nicht notwendige Nebenstränge,welche Längen erzeugen.
Z.b. die ganze Geschichte mit dem Künstler-Freund,dass Kennenlernen,dass bekennende Nichtzusammenpassen,hätte man viel kürzer gestalten können.Die damit zum Ausdruck gebrachte Anhänglichkeit hingegen ist schwer für den Zuschauer einzuordnen.Ist es aus mangelnder Aufmerksamkeit vom Vater oder der Ersatz des Bruders? Falls es letzteres ist,fehlt dem Film fast gänzlich eine klare Stellungnahme zur Beziehnung der beiden Geschwister,es wird keine Rückblende der beiden Geschwister gezeigt oder eine Geschichte erzählt,welche die Intensität oder auch nicht-Intensität der Geschwisterliebe offenbart.
Eine weiterer unnötiger Strang ist die Hintergrundgeschichte um Max und seinem Sohn.

Fazit:
Ein Drama welches durch die Darsteller und Inszenierung interessant wird. Aber leider eine zu triviale Verarbeitung des Schicksalschlages zulässt und sich stellenweise zu sehr auf Nebenhandlungen konzentriert,welche dann ein Gefühl von Stagnation produzieren. Eine halbe Stunde weniger (2 h Laufzeit) hätte dem Film nicht geschadet. Zumal fehlt es dem Drehbuch an Tiefe,bezogen auf Bewegründe.

6 von 10 Punkten

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