Nachdem der Bibliothekar Flynn Carsen den Stein der Waisen, der alles zu Gold macht, was er berührt, für die Aservatenkammer der Bibliothek besorgt hat, gönnt er sich eine Auszeit. In seinem Traum wird er von einer hübschen Frau nach New Orleans gerufen, einem Hinweis, dem er gerne nachgeht. Zur gleichen Zeit findet Sergei Kubichek in den Karpaten der Leichnam von Graf Dracula. Nun versucht er mit Hilfe von Professor Lazlo den Judaskelch zu finden, welcher die Macht besitzt tote Vampire zu erwecken. Mit dem Judaskelch will er Graf Dracula zurück auf die Erde bringen. Um mit seiner Hilfe und einer Armee von Vampiren seine Heimat Russland unter seiner Führung wieder zur Ordnung zu bringen.
Ich mag die Librarian Filme, sie bieten sympathische Charaktere, eine gesunde Prise Humor und abenteuerliche Schatzsuchen in lockerer Form präsentiert. Auch wenn das Ganze nur fürs TV konzipiert war, sind die Tricks weitgehend ordentlich und auch die Sets und Requisiten sehen glaubwürdig aus. Beim Judaskelch bemerkt man aber schon leichte Verschleißerscheinungen am Design. Der Film wirkt weniger aufwendig als die Vorgänger, aber auch die Rahmencharaktere, wie die Vampirin Simone die als Love Interest eiingebracht wurde oder auch der heutige Bösewicht (Ex KGB´ler mit Allmachtsphantasien), sind eher maue Figuren.
Der Humor ist dafür aber geblieben, Flynn klugscheißt sich bei jeder passenden oder unpassenden Gelegenheit durch die Handlung und wirkt so gar nicht der klassische Held, den man sonst für eine derartige Aufgabe beschäftigen würde. Allerdings bremst die Sinnkrise und Liebesgeschichte doch ein wenig das sonst flotte Tempo und zudem ist die Nummer, das die Vampirirn zum Abschluß ihres Untotendaseins nochmal mit dem Liebsten den Sonnenuntergang sehen kann und sich dann in eine Rauchwolke verwandelt, dreist bei Blade geklaut.
Die Dracula Erweckungsnummer ist dabei ganz nett ausgedacht. Mittels des Judaskelches soll eine unbesiegbare Armee blutsaugender Untoter geschaffen werden, auf das Mother Russia wieder eine große Nummer wird. Im Endkampf erweist sich dieser aber als ziemliche Pfeife der sich mit einem der ältesten Tricks der Welt aushebeln läßt. Die Darsteller machen ihre Sache gewohnt auf nette Art, Excalibur als Schwertgewordenes Schoßhündchen ist auch wieder mit dabei, da bleibt alles beim Alten. Auch wenn ich die beiden ersten Filme der Reihe vorziehen würde, bietet die Judaskelch Mär immer noch passable Unterhaltung. Meinen Humor trefen die Filme jedenfalls.
6/10