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D.W. Griffith kann es besser - auch zu diesem frühen Punkt seines Werkes. Zwar enthält der "One-Reeler" schon viele bemerkenswerte Aspekte (sowohl filmtechnisch als auch schauspielerisch), die hiewr vorgestellte Handlung erscheint jedoch ein wenig dürftig.

Eine junge Frau findet Arbeit auf einer Farm. Bald kommt ein fahrender Händler vorbei, der ihr schöne Augen macht und ihr einen Verlobungsring schenkt. Der Hausierer selber ist aber ein unsteter Charakter, in der nahen Stadt verliert er Geld beim Spiel uind macht Schulden. Daraufhin kehrt er zur Farm zurück und bringt die junge Frau dazu ihre Arbeitgeber zu bestehlen. Der Hausierer nimmt das gestohlene Geld und verlässt die Stadt eiligst mit dem Zug. Als sie ihn am verabredeten Treffpunkt nicht antrifft, ergreift die junge Frau Verzweifelung. Sie geht zu den Schienen, um dort den sterbenden Hausierer zu finden. Dieser war nach einem Streit aus dem fahrenden Zug geworfen worden und hat sich mit letzter Kraft von den Schienen geschleppt. Das Mädchen ergreift die Chance, nimmt das gestohlene Geld wieder an sich, um es unbemerkt den Farmbesitzern zurückzugeben. Am Ende des Films sehen wir sie, wie sie sich eine Kette mit einem Kreuz umhängt (wobei das Kreuz in den Fokus gerät) und in ein Gebet versinkt.

Die Story kommt insbesondere am Ende arg moralinsauer daher und fällt auch an anderen Stellen etwas unglaubwürdig aus. Dies mag unter anderem der Kürze des Films geschuldet sein, schließlich musste alles auf eine Filmrolle passen, andererseits versteht es Griffith auch schon zu dieser Zeit komplexe Handlungsstränge in der begrenzt zur Verfügung stehenden Zeit umzusetzen (z.B. in "A corner of wheat").

Aber auch wenn die Story etwas dürftig ist, gibt es einiges, das diesen Film sehenswert macht. Grifftith und sein Kameramann G.W. Bitzer verstehen es,  das Optimum  aus den damals möglichen Kameraeinstellungen herauszuholen. Auch die Schauspieler (allem voran Mary Pickford und Mack Sennett) überzeugen in ihren Rollen, zumal sie zum Teil recht natürlich und nicht statisch-gekünstelt agieren.

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