Review
von Leimbacher-Mario
Mehr als nur ein „Strip-Slasher“
Hier macht eine motivierte Polizistin einen auf „Miss (Naked) Undercover“ und bandelt als Stripperin in einem Rotlichtclub an, um dort zusammen mit ihrem verblüfften Partner eine fiese Mordserie aufzudecken...
„Stripped To Kill“ ist eine Mischung aus Giallo, Slasher und Stripshow, mit überraschend großem Augenmerk auf Letzterem. Hier wird sich wirklich viel und ausführlich ausgezogen. Von Profis, was man merkt. Immerhin. Alles ist überzogen von einem nebligen Schleier, durch den sich das Neonlicht, der Lack und das Leder und die freigelegte nackte Haut erstmal kämpfen müssen. Die Tänzerin können ihren Job, die 80er-Stimmung tropft dem sexy Krimi aus jeder Ritze, die Musik ist passend zum Milieu schön käsig und zwielichtig, vor allem die Hauptdarstellerin macht ihre Sache toll, mutig, engagiert. Viel passiert jetzt nicht, zumindest an der Oberfläche, doch zumindest wird die Frage nach dem Mörder bis zum Schluss offen gehalten, das Finale ist sehr gelungen und das grösste Plus liegt wohl im Kommentar zum Thema „Strippen & die Würde/Stärke/Eigenständigkeit der Frau“, was durchaus Diskussionen und Gedanken anregen kann. Andere als ihr jetzt denkt. Deswegen ist „Stripped To Kill“ auf mehreren Ebenen eine gute Zeit, viel besser, tiefgründiger als man erwarten könnte, weit weg von reiner Nackedei-Grabbelware. Wenn man(n) denn vor lauter Rauschschwaden und Nippeln überhaupt noch tiefer blicken kann... Man merkt jedenfalls an jeder Ecke und Rundung, dass auf dem Regiestuhl keiner Dreibeiner saß!
Fazit: sexy, saftig, selten sensationell - dennoch eine schöne Symbiose aus Strippen (70%) und Slashen (30%) ganz nach meinem Gusto. Viel Tanz und Flair und Neonlicht. Busing. A Crying Game. Seelenstriptease. Tiefgründiger als gedachtes Mitternachtskino für Erwachsene mit massivem 80er-Fetisch. Hot, nicht Schrott!