Jason Friedberg und Aaron Seltzer, die uns erst vor einem Jahr mit ihrem unsäglichen schlechten Fantastic Movie "beglückten", bleiben sich treu und schieben dieses Jahr mit Disaster Movie einen Film nach, bei dem der Titel Programm ist. Der Film ist nämlich wirklich eine einzige Katastrophe und nicht einmal eingefleischte Liebhaber so genannter Spoof Movies kommen bei dieser filmischen Bruchlandung auf ihre Kosten.
Auf die "Handlung" will ich gar nicht weiter eingehen, da jeder, der schon den einen oder anderen Spoof Movie gesehen hat, weiß wie hier der Hase läuft. Die Macher picken sich wie gewohnt einige aktuelle und recht populäre Blockbuster heraus und Mischen einzelne Elemente dieser Filme zu einer neuen "Handlung" zusammen, in deren Verlauf die kopierten Vorbilder mehr oder weniger (hier vor allem weniger) gelungen durch den Kakao gezogen werden.
Im Falle von Disaster Movie kann man ohne zu übertreiben etwa 80 Prozent der "Gags" als echte Rohrkrepierer einstufen. Der Zuschauer "versteht" die Gags zwar, lacht aber nicht darüber, weil sie einfach nicht lustig sind. Schon der Anfang der Films, bei dem es sich um eine Traumsequenz handelt, die im Jahre 10.001 v. Chr. (Brüller Nr. 1) angesiedelt ist, und eine steinzeitliche Amy Winehouse präsentiert, die versucht die Lachmuskeln des Zuschauers unter anderem dadurch zu strapazieren, dass sie erst mal gut eine Minute lang (!) nichts anderes macht als den Hauptdarsteller des Films wiederholt in kurzen Intervallen anzurülpsen, lässt befürchten, was einen hier noch "Erheiterndes" erwartet. Neben solch "niveauvollen" Schenkelklopfern gibt es auch zahlreiche Gags, die einfach nur zum Gähnen sind. Was das Ganze noch verschlimmert, ist dass man bei Disaster Movie nur äußerst selten auf "kurze" Gags setzt. Hat man erst mal ein Motiv / Vorbild aufgegriffen, wird der darin enthaltene "Brüller" nämlich fast immer erst mal über mehrere Minuten ausgewalzt. Das äußert sich dann z. B. in Szenen, in denen eine unter einem gigantischen Stein eingequetschte Hannah Montana immer wieder "stirbt", nur um fünf Sekunden später wieder "aufzuwachen" und dem Zuschauer weitere tolle Hannah-Montana-Fanartikel zum Kauf ans Herz zu legen. Bei anderen Vorbildern ist es nicht anders. Ist man also erst mal bei Die Legende von Beowulf angekommen, drehen sich die nächsten fünf Minuten konsequent um den gleichen drögen Beowulf-Gag. Ist man bei Sex And The City angelangt, wird man die nächsten fünf Minuten mit dem gleichen ollen SATC-Gag penetriert. Die schon grottigen Gags wirken durch dieses sinnlose Auswalzen nur noch grottiger. Abschließend sei noch erwähnt, dass rund ein Viertel (!) des Films aus Gesangs- und Tanzeinlagen besteht. So grottig wie in Fantastic Movie sind sie nicht, aber lustig sind sie auch nicht. Und wer nicht unbedingt auf einen Tanzfilm aus war, dürfte sich hier recht schnell langweilen.
Nach kaum 70 Minuten wird man schließlich vom Abspann erlöst und bekommt zur Entschädigung noch mehrere Minuten lang zum Abspann ablaufende Outtakes präsentiert, die sogar lustiger sind als alle Gags aus dem eigentlichen Film zusammen. Nach der WIRKLICH grottenschlechten ersten Hälfte wird es etwas besser. Es kann aber auch sein, dass ich den Film ab der zweiten Hälfte nicht mehr als so übel empfunden habe, weil ich mich da allmählich an dessen "Qualität" gewöhnt hatte, aber die erste Hälfte ist so ziemlich das Unkomischte, was ich je gesehen habe, das sich dabei selbst noch frech als Komödie bezeichnet.
Fazit: Selbst Fans von Scary Movie & Co. sollten sich zweimal überlegen, ob sie sich Disaster Movie antun möchten. Ich kann ja über vieles noch Lachen, aber bei Disaster Movie habe ich, wenn's hoch kommt, vielleicht zwei- oder dreimal leicht den rechten Mundwinkel verzogen.