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Der vermeintliche Botschafts-Attaché Connelly unterbreitet dem in einem Ostblock-Knast einsitzenden, ehemaligen Special Forces-Soldat Mike Riggins ein verlockendes Angebot: Es winken 200.000 Dollar und die Freiheit, falls er die angeblich entführte Amerikanerin Ana Gale aus der Gewalt des selbsternannten Warlords Vlado Karadjov, der zudem gut mit dem Kriegsverbrecher General Drago verkumpelt ist, befreit. Nach einer erfolgreichen Rettungs-Mission, bei der Riggins im Alleingang Dragos Stützpunkt in Schutt und Asche legt, stellt sich jedoch heraus, dass er gelinkt wurde: Ana wurde nämlich gar nicht entführt, sondern hat nur freiwillig humanitäre Hilfe geleistet... und Connelly ist in Wahrheit ein abtrünniger CIA-Agent, der die junge Frau, bei der es sich um die Tochter eines just verstorbenen Milliardärs handelt, gerne selbst in die Finger kriegen würde und bereit ist, dafür über Leichen zu gehen... Das vorliegende Radaufilm-Exemplar aus dem Nu Image-Stall versucht ohne allzu großen Aufwand und vornehmlich mit Dolph Lundgren als Zugpferd den Fan im Stil der Videotheken-Ware aus den 90ern zu bedienen und wäre damit unterm Strich sicherlich erfolgreicher, wenn Schrottfilmer Danny Lerner sein Handwerk etwas besser beherrschen und nicht gar so holprig inszenieren würde. Verfolgungsjagden, Stunts und Explosionen wurden da nämlich aus Gründen der Budget-Einsparung aus einigen firmeneigenen Streifen recycelt (zu viele, um sie hier aufzuzählen!), ohne dabei allzu großen Wert auf Continuity und passende Anschlüsse zu legen, was das Ganze zu einem argen Patchwork-Heuler nach der Manier eines "Agent Red" macht, von denen man eigentlich dachte, dass der sympathische Schwede sie knappe zehn Jahre zuvor hinter sich gelassen hätte. Dass Lundgren selbst als Regisseur und Hauptdarsteller die Low-Budget-Action-Sparte um den Dreh rum mit "The Mechanik" und "Command Performance" zudem sehr viel ansehnlicher und versierter bedient hat, kommt da noch erschwerend hinzu. Allen produktionstechnischen Mankos zum Trotz ist "Direct Contact" als kleiner Ostblock-Actioner aber doch recht unterhaltsam, immerhin nie langweilig und in der ungeschnittenen SPIO/JK-Fassung in Sachen Gewalt auch nicht gerade zimperlich: Gestorben wird hier nämlich reichlich und das mit sattem Blutgespritze in den Schießereien, wie man es heutzutage auf handgemachte und splatterfreudige Art und Weise gar nicht mehr so oft zu Gesicht bekommt, was das Ganze für Fans von Actiongülle alter Schule doch irgendwie wieder sehenswert erscheinen lässt. Da vergibt man dann auch, dass die Geschichte genauso zusammengestoppelt daherkommt wie die Action-Szenen. Also: Macht mit steter Bier-Betankung tatsächlich mehr Laune als erwartet, zumal Dolph Lundgren ja anders als ein Steven Seagal hier auch immer noch tatsächlich fähig und willens ist, den Actionhelden zum Besten zu geben... und alleine damit ist schon viel gewonnen.

6/10

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