Review

„Open your eyes – this is Apokalypse-Culture.”
Man kann ihn sich einfach nicht unterhaltsam trinken, denn einzig die außergewöhnliche Grundidee, Zombies für Snuff-Porn-Videos zu missbrauchen, löst Interesse am Film aus, der sich als purer Amateur-Beitrag mit unverzeihlich eklatanten Schwächen herausstellt.

Johnny Sunshine. Meine Güte, wirkt die Hauptfigur androgyn, bis man feststellt, dass es sich um eine Frau mit wenigen Rundungen und sehr kurzen Haaren handelt.
Diese steht im Mittelpunkt des Geschehens, welches sich um einen neuen Trend dreht: Zombies latschen zwar durch dunkle Seitengassen und beißen zu, doch die Firma „Maximum Productions“ hat den Trend der Zeit erkannt und filmt diese in ihren letzten Minuten, beim „Kill Fuck“ durch Johnny, die beim Sex mit den gefesselten Opfern zum tödlichen Schlag ausholt.
Bis ein Cop versucht, den Spieß umzudrehen.

Um es abzukürzen: Bemühte Laiendarsteller können das niedrige Niveau noch am ehesten aufwerten, doch erzählerisch kommt es zwischenzeitlich so ziemlich zum Stillstand.
Der Versuch, durch dauerhaften Off-Kommentar der Hauptfigur ein wenig Tiefgang ins Spiel zu bringen, scheitert kläglich. Okay, eine Frau im Dienste diverser Hinrichtungen steht zwar im Mittelpunkt des Interesses, doch ob die nun mit ihrem Messer und umhüllt mit einer Fetisch-Montur im Hinterhof reihenweise Untote niedermetzelt oder mehrfach ein gefesseltes Opfer auf dem Stuhl vor sich hat, - Vorgänge wiederholen sich einfach nur und das mit wenig Variation, vor allem, ohne sichtbares Ziel.

Dazu gesellen sich furchtbar lahme Szenen, wie die gemeinsame Drogenaufnahme mit einem zotteligen Bar-Typen, Interview-Sequenzen mit dem Filmproduzenten, der seine Strategie zu verdeutlichen sucht oder Johnny, wie sie sich leicht wollüstig auf dem Bett räkelt.
Von „Maximum Violence“ fehlt indes jede Spur. Die vergleichsweise härteste Szene findet sich eher zu Beginn, als einem Kerl mit der Zange die Zunge herausgedreht wird, was aber schon deshalb nicht fies kommt, weil ohnehin alle paar Sekunden mit Bildverfremdungen gearbeitet wird.
Nahezu jeder Szenenwechsel wird mit Standbild voller dunkler Körnungen, wie ein Fresko eingeleitet, hinzu kommen Störungseffekte wie von einer alten Filmrolle und nicht zuletzt der überzogene Einsatz diverser Farbfilter.
Infolgedessen ist von Messerstichen in verschiedene Körperregionen nicht mehr allzu viel zu erkennen.

Schlimm ist es auch um die Choreographie kleinerer Kampfszenen bestellt, da man in mehreren Einstellungen sieht, wie Faust oder Fuß ihr eigentliches Ziel um mehrere Zentimeter verfehlen, der Gegner natürlich trotzdem wie getroffen reagiert.
Zwar wird man innerhalb dieser Szenen ein wenig aufmerksamer, doch bevor ein wenig Tempo aufkommt, sind die Fights auch schon wieder beendet.

Trotz der gerade mal 79 Minuten Laufzeit stellen sich keine Längen ein, - der Film ist eine einzige Länge, die nur von kleinen Kampfszenen und Folterandeutungen unterbrochen wird.
Für die meisten Betrachter dürfte es nahezu unmöglich sein, mit der Hauptfigur warm zu werden, auch wenn die versucht, ihr grenzdebiles Vorgehen mit philosophischen Tönen zu untermauern. Spannung, Atmosphäre, Gefühl, - alles Fehlanzeige.
Schade um die gute Grundidee, aber mit einer so lahmarschig amateurhaften Herangehensweise, kann man eben auch gute Ansätze derbe in den Sand setzen.
2 von 10

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