Sarah Michelle Gellar scheint in letzter Zeit stark abboniert auf diese vielen amerikanischen Remakes asiatischer Gruselstreifen. Die Vorzeichen stehen allerdings schon mal ungünstig, da der Streifen bereits 2008 auf den Markt kommen sollte und eine Veröffentlichung aufgrund schlechten Marketings lange auf sich warten ließ.
Zwar konnte sich der Erstling der schwedischen Regisseure Bergvall/Sandquist („Invisible - Gefangen im Jenseits“) in jeder Hinsicht sehen lassen, doch aus dieser einfältigen Geschichte konnten auch sie nicht mehr als ein schläfriges Herumwabern basteln.
Der Grundriss der Dreierkonstellation ist schnell markiert: Jess (Gellar) ist mit Ryan seit einem Jahr glücklich verheiratet, dessen ungleicher Bruder Roman lebt jedoch auch bei ihnen und wurde erst just aus dem Knast entlassen.
Eines Tages crashen die Brüder mit ihrem jeweiligen Auto aufeinander und fallen zeitgleich ins Koma. Nach einiger Zeit wacht Roman auf, allerdings mit dem Bewusstsein und den Wesenszügen von Ryan. Fand während des Unfalls eine Seelenwanderung statt oder woher kennt Roman all die intimen Einzelheiten, zu deren Jess zunehmend Vertrauen fasst…
Leider bröckelt das dünne Storygerüst recht früh und man lotet lediglich die zwei nahe liegenden Möglichkeiten aus, ob es sich denn nun um ein übersinnliches Phänomen oder eine kriminelle Angelegenheit handelt, die da im kommenden Zusammenleben zwischen Jess und Roman eine Rolle spielen könnte.
So findet eine Tiefenhypnose statt und Roman/Ryan überrascht Jess mit Details, die aus einer Zweisamkeit entwuchsen, von denen er an sich nichts wissen kann.
Auch die Vorliebe für filigrane Skulpturen schimmert bei dem tätowierten Bruder durch, der mittlerweile auch äußerlich dem eigentlichen Ehegatten gleicht, dessen komatöser Zustand nach einem Jahr unverändert ist.
Dass ein wenig Drama und Romantik für die Exposition notwendig ist, kann akzeptiert werden, ein weiterhin statischer Verlauf, der mehr leere Blicke als glaubwürdige Worte liefert, allerdings nicht.
Das Erzähltempo ist schleppend und wenn der anschwellende Score nicht mal wieder klischeehafterweise im Pfeifen der Teekanne gipfelt, passiert einfach zu wenig, um spannende Momente zu erzeugen.
Dabei ist die musikalische Untermalung in der Tat brauchbar, die Kamera liefert, insbesondere mit Fahrten über die San Fransisco Brücke, wunderbar stimmungsvolle Bilder ab und auch die Farbgebung innerhalb der vielen verregneten Sets ist brauchbar.
Doch die Schläfrigkeit der Darbietung wird letztlich nur vom Komazustand des Bruders unterboten, allenfalls noch von der lustlos wirkenden Darstellung Gellars, die, wenn es um große Gefühle geht, fast völlig versagt.
So mäandert das schicksalsträchtige Geschehen ohne sichtliches Vorankommen dahin, um gegen Finale möglichst schnell abzuhandeln, was der geneigte Zuschauer von Beginn an ahnte, wobei mit dem raschen Ende sicherlich noch die eine oder andere Logiklücke kaschiert werden sollte, die im Zuge der Aufklärungsarbeiten entstanden sind.
Überraschungen bleiben demnach aus, Schockmomente oder gar blutige Szenen, ja sogar übermäßig viel Bewegung im Zuge dieses romantischen angehauchten Mystik-Thrillers sucht man völlig umsonst und final bleibt da nicht mehr, als ein seelenloser Streifen auf teilweise gehobenem TV-Niveau.
Passabel, um auf der Couch einzuschlafen, wenn man „Possession“ dann nach rund einem Jahr als Free-TV-Premiere noch einmal zu sichten versucht, wird man sich aufgrund mangelnder Individualität wahrscheinlich ohnehin nicht mehr erinnern können.
3,5 von 10