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Das Original von 1988 machte seinem Namen alle Ehre und ließ Jean-Claude van Damme zum gefeierten Action-Star der 90er avancieren. Ihm folgte der gebürtige Schweizer Daniel Bernhardt, der seine Sache in drei Fortsetzungen nicht schlecht machte, jedoch gegen zunehmend schwächere Drehbücher ankämpfen musste. Ein Ableger, der eigentlich nichts mit der Reihe zu tun hat, ist das Regiedebüt von Kenneth Chamitoff und Adam Boster. Aus nachvollziehbaren Gründen kam danach nichts mehr von den beiden.

Straßenkämpfer Johnny (Ernie Reyes Jr.) kommt ins Gefängnis und erhält die Chance auf eine vorzeitige Entlassung, wenn er für den Direktor (John Savage) an der Red-Canvas-Meisterschaft teilnimmt, damit dieser sich bei seinem alten Widersacher General Krang (George Takei) rächen kann. Doch am Ende des Turniers wartet ein Gegner, der mithilfe ominöser Injektionen kaum ein Schmerzempfinden offenbart…

Ein sauber choreographierter Kampf in einer Autowerkstatt untermauert, wohin die Reise bestenfalls hätte hingehen können. Reyes Jr und sein Vater /Filmvater mischen ein paar böse Jungs auf, was zackig und mit einigen athletischen Moves vonstatten geht. Es kommt eine Dynamik auf, welche nahezu allen anderen Fights fehlt.

Jene werden wie ein Duell eines Konsolenspiels eingeläutet und die meisten finden in Form eines Käfigkampfes statt, bei denen die Kamera leider oftmals von außen filmt. Die Perspektive durch Drahtgeflecht im Zusammenhang mit einer miesen Ausleuchtung lässt die Kombattanten nur schwer voneinander unterscheiden, zudem ist der bevorzugte Stil MMA mit vielen Würfen und Hangeln am Boden, wodurch die Übersicht in den meisten Fällen verloren geht. Zum Glück entschied man sich beim Endkampf für ein Terrain ohne Zaun, er gerät dennoch nur leidlich spannend, zumal die Auseinandersetzungen insgesamt überraschend unblutig ausfallen.

Die Rahmenhandlung mutet indes wie eine mittelmäßige Soap an, bei der es viel um Familienzusammenhalt geht, während anderweitig nur wenig über die bösen Wichte berichtet wird. Melodramatische Szenen, bei denen der Score mit seiner Streicherwucht beinahe durch die Decke geht, wirken im Zusammenhang mit unbeholfenen Mimen eher lächerlich, während ordentliche Fighter bekanntermaßen weit vom nuanciert auftretenden Charakterdarsteller entfernt agieren. Auch Namen wie Ving Rhames oder Ken Takemoto gehen bei dem unnötig kompliziert erzählten Treiben nahezu unter, es mischen schlicht zu viele Nebenfiguren ohne wirkliche Bedeutung mit.

Hinzu kommt, dass sich der eigentliche Sympathieträger über weite Teile wie ein Stinkstiefel verhält und erst gegen Ende ein wenig einlenkt, was für ein potenzielles Mitfiebern deutlich zu spät kommt. Das Herzstück in Form der Kämpfe hätte noch etwas retten können, doch wenn zwischenzeitlich zwei Typen gegeneinander antreten, die zuvor rein gar keinen Kontext erhalten und weder Gut noch Böse erscheinen, kann einem der jeweilige Ausgang relativ egal sein, - da helfen auch keine Standbilder in Schwarzweiß oder die Zeitlupe spezieller Würfe.
Kurzum werden Kampfsportfreunde eher schlecht als recht bedient und im Vergleich zum originalen „Bloodsport“ liegen wahrlich Welten dazwischen.
3,5 von 10

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