Shady (Maria Ford), eine Tänzerin im Stripplokal Paragon, schlägt sich mit bizarren Alpträumen herum, in deren Mittelpunkt ihre Kolleginnen stehen, die von einem mysteriösen Killer mit einer Rasierklinge im Mund ermordet werden. Als dann eine Stripperin tatsächlich mit einer Rasierklinge getötet wird und Shady mit blutverschmiertem Mund und ohne Erinnerung aufwacht, befürchtet sie, für die Bluttat verantwortlich zu sein. Der ermittelnde Polizist Decker (Eb Lottimer) glaubt jedoch nicht an die Schuld der rothaarigen Schönheit, und wie es der Zufall so will, verlieben sich die beiden ineinander. Doch der unheimliche Mörder schlägt erneut zu...
Katt Sheas Nachschlag zu ihrem zwei Jahre zuvor gedrehten Original läßt sich am besten als auf Kunst getrimmte Exploitation umschreiben. Ich kann die überwiegend schlechten Kritiken zu Stripped to Kill II durchaus nachvollziehen, auch wenn mich der preisgünstig hergestellte Film einigermaßen fasziniert und beeindruckt hat. Guten Gewissens kann ich den Streifen allerdings nur zwei Gruppen von Menschen ans Herz legen: 1) Leute, die an ausgefallenen, animalisch angehauchten Stripp-Choreographien Gefallen finden (denn davon bietet der Film reichlich), und 2) Fans von Maria Ford (und dazu darf ich mich zählen). Die 1966 in Pikes Peak, Colorado geborene Maria Ford ist aus demselben Holz geschnitzt wie eine Misty Mundae oder eine Lena Meyer-Landrut. Was heißt, daß man die Frau am liebsten sofort umarmen und knuddeln möchte. Stripped to Kill II entpuppte sich für Maria als Fluch und Segen zugleich. Als Segen, weil sie sich mit dem Streifen im B-Filmgeschäft einen Namen machte und sich fortan über Arbeitsmangel nicht mehr beklagen mußte. Als Fluch, weil sie in der B-Film-Schublade feststeckte und sich nie wieder daraus befreien konnte. Und so hörten ihre folgenden Filme auf Namen wie Deathstalker IV, Slumber Party Massacre III, The Unnamable II, Necronomicon, Angel of Destruction, Alien Terminator, Night Hunter und Wedding Slashers (in dieser kleinen Splattergranate hatte sie 2006 einen genialen Cameoauftritt á la Drew Barrymore in Scream). Wer Maria Ford mag, kommt in Stripped to Kill II voll auf seine Kosten, denn die Gute sieht mit ihrer roten Haarpracht, in Kombination mit knallroten Lippen, extralangen, ebenso roten Fingernägeln und (meist) spärlicher Bekleidung, einfach sensationell heiß aus. Darüber hinaus ist Stripped to Kill II visuell sehr ansprechend, teilweise sogar hübsch stylisch in Szene gesetzt; vor allem die artifizielle Szenenausleuchtung weiß zu gefallen und gibt dem Film einen gialloesken Touch. Das ist Style over Substance per Definition. Denn die Charakterisierung der Figuren ist höchst dürftig, eine Dramaturgie sucht man vergebens (kein Wunder, bei diesem Minimum an Plot), blutige Set-Pieces glänzen durch Abwesenheit, und spannend oder gar mitreißend ist der Film leider keine Sekunde. Böse Zungen bezeichnen ihn auch schon mal als lahm oder dröge, und ich kann dem nicht mal widersprechen. Aber dann erscheint wieder die diese Show dominierende Maria Ford auf der Bildfläche, und alle Defizite sind - fast - vergessen.