Violence Beach
„Streets“ ist irgendwo im Niemandsland zwischen Rape'n'Revenge-Bahnhofskino und mahnendem TV-Krimi untergegangen und nahezu vergessen - was er nicht nur wegen der zuckersüßen und hier blutjungen Christina Applegate nicht wirklich verdient hat… Erzählt wird von einer (Fast-)Vergewaltigung bzw. auch einem wahrscheinlich (Fast-)Mord an einem jungen Mädchen bzw. einer amateurhaften Prostituierten am sonnendurchfluteten Venice Beach, die sich gerade noch so vor dem Psychopathen retten kann, der gleichzeitig Cop und Killer zu sein scheint und die naive Obdachlose nicht in Ruhe lässt…
She was a Runaway…
„Streets“ ist weder besonders garstig noch sleazy, er ist auch keine große Produktion und geht gerne mal unter dem Radar verloren, das verstehe ich schon. Aber auch wenn der Tacho in keiner Kategorie gänzlich ausschlägt, kann ein Film seine Sache gut (genug) machen. Und genau ein solches Kaliber ist „Streets“. Die jugendliche Applegate macht das klasse, verloren und verletzlich, der Psychopath ist jederzeit eiskalt und beängstigend aber nie comichaft überzeichnet, Venice Beach ist ein wunderbares Kontrastprogramm zum harten Thema und die Auflösung ist komplett hollywood-unlike. Lobenswert und leidensstark. Unkitschig, ungeschönt, unaufgeregt. „Streets“ ist so simpel und on point wie sein Titel. Und viel mehr gibt's dazu auch nicht zu sagen.
Fazit: Traumstrände und Traumende… „Streets“ schockiert und fesselt ohne allzu exploitativ oder böse zu werden. Realistischer Thriller, milde Empfehlung - und sei’s nur wegen der anbetungswürdigen Applegate!