Review

Von BTK, also bind (fesseln), torture (foltern) und kill (töten) gibt es zwar einige Szenen zu erspähen, doch der Stil einer Charakterstudie über einen Serienkiller hätte ein wenig mehr vertragen als einen Kane Hodder, der nun wirklich nicht zu den besten Mimen unter der Sonne zählt.

Dennis Rader, der als BTK-Killer bekannt wurde, konnte 2005 verhaftet werden. Im Zeitraum von 1974 bis 1991 soll er mindestens acht Menschen ermordet haben, möglicherweise auch mehr. Der Film schildert, größtenteils basierend auf wahren Begebenheiten, wie Rader unter dem Deckmantel eines Familienvaters und Beruf eines Ordnungsbeamten seine Morde planen und verüben konnte.

Mehr Drama als Thriller zeigt der Film vor allem, wie der Mann mit den zwei Gesichtern sein Doppelleben führte. Daheim mit Frau und zwei Töchtern im Teenager-Alter, wurde er in seiner Gemeinde soeben zum Kirchenvorstand gewählt und gilt innerhalb seines Jobs als streng, aber regelkonform. Dabei fährt er mit dem Van durch seinen Heimatort Park City, nahe Wichita und kontrolliert Bürger quasi wie das Ordnungsamt auf Rädern.
Freilaufende Hunde sind für ihn ebenso eine Ordnungswidrigkeit, wie Rasen oberhalb einer Länge von 9 Zentimetern (!). Dass er währenddessen auch mal eine Frau schikaniert, die in ihrer eigenen Einfahrt Blumen auslädt, aber angeblich den Bürgersteig blockiert, gehört zu seinen perfiden Plänen, um so potentielle Opfer zu finden.

Auf äußerlicher Ebene bekommt man eine Menge von dem Killer mit, nur eben nicht, was sich unterdes in seinem Innern abspielt. Obgleich er sich zwischenzeitlich an die Medien wandte, erfährt man nur Bruchstücke seiner Aufzeichnungen und den stillen Wunsch, irgendwann einmal gefasst werden zu wollen, da der Drang zum Töten einfach da sei, -Testosteron-Überschuss, so äußert er sich einmal gegenüber seinem Opfer.

So wechseln sich scheinbar alltägliche Routine-Abläufe mit entsprechenden Mordszenen ab, nichts sonderlich schockierend inszeniertes, und bis auf zwei recht blutige Einschüsse auch nicht allzu graphisch. Allerdings lassen einem die Morde emotional recht kalt und das gibt zu denken. Denn so oberflächlich der Peiniger dargestellt wird, so schablonenhaft werden auch die Opfer eingeführt, teilweise auch gar nicht, etwa, als er einem Liebespaar auflauert, welches noch nicht einmal Namen erhält.
Er mordet, das Würgen seiner weiblichen Opfer verschafft ihm Befriedigung, doch es ist eben ein Unterschied, ob ein Darsteller mit nuancierter Mimik so etwas verkörpert oder Kane Hodder, der für einen Fließband-Slasher immer gut ist, jedoch nicht, um in die Seele eines Serienkillers blicken zu lassen. Denn bei ihm bleibt der starre Blick nahezu immer der gleiche.

Es ist eher verzeihlich, dass den Ausführungen der Morde keine Spannung mitschwingt, als dass dem Killer und seinem Umfeld zu wenig Profil verliehen wird. Dabei wird zwar recht gekonnt auf die Rolle seiner Ehefrau eingegangen, die bis zuletzt völlig verblendet von all dem nichts wissen will, doch wenn in einem Atemzug von einer seiner Töchter Sätze wie „Er hat mir nie bei den Hausaufgaben geholfen“ folgen, fühlt man sich als Zuschauer schon ein wenig verkekst.

Wer also einen reißerisch aufgezogenen Film über den BTK-Killer erwartet, sollte diesen Streifen meiden. Er wird streckenweise recht dröge erzählt und kann keinerlei Spannung erzeugen. Vielmehr versucht er ein wenig hinter die Fassade eines scheinbar gewöhnlichen Bürgers zu blicken, was ihm aber aufgrund seiner Oberflächlichkeit größtenteils misslingt.
Sehbar, im Endeffekt aber auf keiner Ebene befriedigend.
4 von 10

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