Apollo 13 ist die Verfilmung zum gleichnamigen NASA Programm von 1970, welches wie kein anderes in die Geschichte der bemannten Raumfahrt einging. Basierend auf dem Buch „Lost Moon“ von Captain Jim Lovell nimmt sich der starbesetzte Hollywoodstreifen von 1995 jener nervenaufreibenden Mission an und schildert die Ereignisse von einst.
1969 landete mit Apollo 11 erstmals eine Raumkapsel auf dem Mond und Neil Armstrong betrat als erster Mensch den Erdtrabanten. Der von Kennedy gehegte Traum vor den Russen auf dem Mond zu sein ging in Erfüllung - der stolzeste Moment in der amerikanischen Raumfahrt. Nur ein Jahr später wurde die Apollo 13 Mission zur größten Bewährungsprobe für die NASA und ihre Astronauten.
Die Ereignisse von damals sind längst Geschichte, gehören aber nach wie vor zu den packendsten Momenten in der bemannten Raumfahrt. Es ist daher auch nicht allzu verwunderlich das nicht die glorreiche Apollo 11, sondern die mit der Pechzahl 13 versehene Apollo Mission für eine Verfilmung ausgewählt wurde. Denn obwohl eben jene schockierenden Ereignisse zur bis dato größten Bewährungsprobe für die NASA wurden, so sind sie doch gleichzeitig auch Sternstunden der amerikanischen Raumfahrt. Der Satz „Houston wir haben ein Problem“ ging um die Welt und Apollo 13 wird heute auch gern als erfolgreicher Fehlschlag bezeichnet.
Mit Tom Hanks als Captain Jim Lovell, Bill Paxton als Fred Haise und Kevin Bacon als Jack Swigert ist die Crew der Apollo 13 hervorragend besetzt. Auch wenn Hanks nicht ganz so zur Höchstform aufläuft wie beispielsweise in Forrest Gump, so spielt er seinen Part wie zu erwarten souverän. Da der Ausflug ins All und besonders das beengte Cockpit kaum für großes Charakterschauspiel taugen, steht die Mission und nicht die Personen im Vordergrund. Die zunehmend dramatischere Situation ist wirklich spannend umgesetzt und fesselt bis zum Finale, auch wenn der Ausgang von vornherein klar ist. Ein großes Kunststück ist für mich aber wie die Enge der Raumkapsel und des Luna-Moduls ausgenutzt wurde, da man ja nicht gerade von einem idealen Set sprechen kann. Auch von außen betrachtet ist der knappe Raum spürbar, die Stimmung streckenweise klaustrophobisch. Je mehr sich die Situation in der Raumkapsel zuspitzt, umso mehr steigt auch die Anspannung beim Zuschauer.
Klasse besetzt ist auch die NASA-Basis in Houston. Ed Harris gefällt in seiner Rolle als Bodenkommandant Gene Kranz, wurde dafür auch für den Oscar nominiert. Auch Gary Sinise überzeugt als Astronaut der in letzter Minute wegen eines Verdachts auf Masern ausgetauscht wurde und jetzt der Crew am Boden hilft die Jungs heimzubringen. Das der Film kein reiner Film über Raumfahrer geworden ist, sondern vielmehr ein packendes Drama verdankt er unter anderem seinen tollen Darstellern die sehr menschlich und emotional spielen.
Den meisten Respekt verdient Regisseur Ron Howard (Sakrileg, A Beautiful Mind) für seine sehr authentische Umsetzung. Es stimmt einfach jedes Detail, angefangen bei Mission Control in Houston bis hin zur Raumkapsel. Man ließ nicht nur das Raumfahrzeug originalgetreu nachbauen, es wurden sogar Flüge in Schwerelosigkeit simuliert um den Bedingungen im All nahe zu kommen. Eine weitere große technische Leistung sind die Special Effects, denn die sind oft nicht als solche zu erkennen. Eine der besten Filmsequenzen der 90’ er Jahre ist ohne Zweifel der Raketenstart der Saturn 5. Nicht nur Raumfahrtbegeisterte kommen hier voll auf ihre Kosten, denn diese Sequenz ist optisch und akustisch einfach atemberaubend. Für Ton und Schnitt gabs schließlich auch 2 Oscars. Erstklassig ist auch der herausragende Soundtrack von James Horner, der wunderbar orchestral die bewegenden Bilder unterlegt.
Apollo 13 ist ein Film über amerikanische Helden, kein Wunder also das eine gute Portion Patriotismus mit dazu gehört. Zu einer Zeit als Astronauten noch wie Pop-Stars verehrt wurden, war die Welt für die NASA noch in Ordnung. Verlierer gibt es keine, hier sind am Ende alle Gewinner. Heute muss man das freilich etwas nüchterner betrachten, die großen Tage der bemannten Raumfahrt sind nach zwei Shuttle-Unfällen vorerst gezählt. Helden wie beim Apollo-Programm werden an Bord der ISS und den Shuttles auch keine mehr geboren und den Mond hat auch schon lange kein Mensch mehr betreten. Gut das es Filme gibt, so kann man sich immer wieder in die goldene Ära der Raumfahrt zurückversetzen.