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Am 11. April 1970 startet die Apollo 13, um auf dem Mond zu landen. Doch für die 3 Astronauten, gespielt von Tom Hanks, Kevin Bacon und Bill Paxton, wird der Traum von der Mondlandung nicht wahr und stattdessen müssen sie nach einem technischen Defekt um ihr Leben kämpfen und mit einem Minimum an Energie und Sauerstoff zurück zur Erde kommen, während der Leiter der Flugkontrolle, gespielt von Ed Harris, alle Hebel in Bewegung setzt, um die Männer zu retten.

Das Schicksal der Astronauten James A. Lowell, Fred Haise und John L. Swigert bewegte 1970 die ganze Welt und ist neben der Mondlandung eines der bekanntesten Ereignisse in der Raumfahrt-Geschichte. Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis ein spitzfindiger Regisseur auf die Idee kommt, sich mit der Materie zu beschäftigen und eine überdramatisierte Pseudo-Dokumentation zu drehen. Unser spitzfindiger Regisseur ist Oscar-Preisträger Ron Howard, der mit "Backdraft" und "Cocoon" bereits unter Beweis stellte, dass er hervorragendes Popcorn-Kino liefern kann und genau das gelingt ihm auch bei Apollo 13. Seine Regie ist hervorragend, er hält das Erzähltempo die ganze Zeit über so hoch, dass der Film zu keinem Zeitpunkt auf der Stelle tritt und legt damit schon einmal den Grundstein für einen guten Blockbuster. Mit seiner hervorragenden und stilsicheren Umsetzung baut er mit seinen perfekten Ton- und Spezialeffekten, seiner aufwühlenden Hintergrundmusik und seinen faszinierenden Aufnahmen der unendlichen Weiten des Weltraums gezielt Spannung auf. Die verzweifelte Lage der Astronauten in ihrem engen Raumschiff und die hervorragenden Darsteller sind natürlich ein Steilpass an Howard, um eine klaustrophobische und gespannte Atmosphäre aufzubauen und genau dies gelingt ihm auch. Die Atmosphäre ist zum brechen gespannt, womit die gezielten Schock-Effekte eine noch bessere Wirkung beim Zuschauer erzeugen.

Stellenweise übertreibt Howard es selbstverständlich ein bisschen und versucht durch das Aufzeigen der mitfühlenden Menschen und natürlich der Familien der Astronauten noch mehr Dramatik aufzubauen und auch dies gelingt ihm hervorragend, wodurch der Film neben der Spannung auch Dramatik aufbauen kann. Auch wenn man als Zuschauer hier immer den bitteren Beigeschmack behält, dass Howard dann doch eher eine leicht überdramatisierte Pseudo-Dokumentation in Szene gesetzt hat, muss man den Film bei diesem hohen Unterhaltungswert und den berauschenden Bildern einfach mögen. Eine weitere kleinere Schwäche des Films ist, dass Howard die weltweiten Auswirkungen der Katastrophe nicht aufzeigte und die Geschehnisse nicht in geschichtliche oder politische Zusammenhänge brachte, allerdings ist der Film durch diese konzentrierte Darstellung des Haupthandlungsstrangs natürlich noch spannender und noch intensiver. Das Ende könnte kaum dramatischer und spannender sein und setzt einen hervorragenden Schlussstrich unter diesen Blockbuster nach wahrer Begebenheit.

Nach seiner Rolle eines geistig Behinderten in "Forrest Gump" und seiner Rolle eines AIDS-Kranken in "Philadelphia" zeigt Tom Hanks als Astronaut erneut, dass er wirklich alles spielen kann. Er ist sehr überzeugend und leistet somit einen großen Beitrag zu diesem rundum gelungenen Werk. Der Oscar-Preisträger läuft mal wieder zur Hochform auf und zeigt, dass er zu den besten Darstellern aller Zeiten gehört. Neben ihm können auch Kevin Bacon, der nach "JFK" und "Eine Frage der Ehre" endgültig seinen Durchbruch geschafft hatte und Bill Paxton, der in der Vergangenheit eher durch Action-Filme wie "Terminator" oder "Predator 2" in Erscheinung treten konnte und nun beweist, dass er auch Charakterrollen meistern kann, brillieren. Gary Sinise, der einen Astronauten spielt, der vor dem Start aufgrund eines Virus nicht an dem Flug teilnehmen konnte, zeigt sich ebenfalls stark und läuft nach "Forrest Gump" erneut zu alter Form auf. Ed Harris, der für die Rolle des Flugleiters prädestiniert ist, zeigt sich vielleicht in der besten Rolle seines Lebens und wurde zu Recht für den Oscar nominiert. Der übrige Cast, der unter Anderem aus der ebenfalls Oscar-Nominierten Kathleen Quinlan und Xander Berkeley besteht, ist auch gut.

Fazit:
Mit einer zum Bersten gespannten Atmosphäre, einem überragenden Cast und einer überaus spannenden und dramatischen Umsetzung präsentiert Oscar-Preisträger Ron Howard sein Meisterwerk "Apollo 13". Auch wenn der Film stellenweise ein bisschen übertrieben sein mag und nicht ganz mit geschichtlichen und politischen Ereignissen in Verbindung gebracht wird, ist es dennoch einer der spannendsten und fesselndsten Blockbuster aller Zeiten und einer meiner absoluten Lieblingsfilme.

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