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Der äußerst erfolgreiche Sportmanager Jerry Maguire hat eines Tages einen Anfall von Gutmütigkeit und verfasst neue Regeln, die seine Kollegen zu mehr persönlicher Beratung und weniger Profitgier auffordern. Sofort wird er nach Verteilung der Regeln gefeuert. Seine Kunden bleiben bei der alten Firma und nur ein schwarzer Footballspieler, der genauso verquer ist wie Jerry, bleibt bei ihm, samt seiner Sekretärin. Jerry versucht seinen Weg zu finden, doch dabei stößt er auf allerhand Hindernisse und Intrigen.

Das Jerry Maguire gleich fünf Oscar Nominierungen erhalten hat und mit Cuba Gooding Jr. auch tatsächlich jemand den Goldjungen eingeheimst hat, kann ich nicht so wirklich nachvollziehen und einmal mehr an den Nominierungsgremien zweifeln.
Für so eine simple up and down Geschichte ist der Streifen mit 140 Minuten schonmal viel zu lang geraten. Gut man muß eine komplette Karriere plus Love Story unterbringen, aber irgendwann fängt sich die Laufzeit an in die Länge zu ziehen. Zudem ist die Geschichte an sich wenig glaubwürdig. Bei den Genres fehlt hier eindeutig noch Science Fiction, denn das ein Manager freiwillig auf Geld verzichtet, nachdem er eine Art Aufrichtigkeitsanfall bekam, ist genau so realistisch, wie ein moralischer Anwalt, ein ehrlicher Politiker oder ein sympathischer Gangsta Rapper.
Tom Cruise darf dabei wieder seine unterschwellige Arroganz präsentieren (meiner Meinung nach ein Merkmal in seinen meisten Filmen), als hätte er gerade frisch einen Klaps auf den Hintern von L. Ron Hubbard persönlich erhalten. Sein Zusammenspiel mit Cuba ist dafür aber recht amüsant ausgefallen und auch die Love Story trieft jetzt nicht komplett vor Kitsch, da ist alles noch im Rahmen des Erträglichen, aber längst nicht so fesselnd, das man den Film mit Oscars zuschütten müßte.
Für mich bleibt ein sehr durchschnittliches Gesamtwerk. Wer seine romantischen Komödiendramen gerne im XXL Format genießt, wird hier sicher auf seine Kosten kommen, wer nicht benötigt ordentlich Durchhaltevermögen.
5/10

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