In einer kalifornischen Kleinstadt sterben mehrere Menschen an einem Virus, dass durch einen infizierten Affen aus Afrika in die USA kam und das Militär plant die Kleinstadt komplett dem Erdboden gleich zu machen, um zu verhindern, dass das Virus andere Städte erreicht und, um den Virus als biologische Waffe zu schützen. Dustin Hoffman spielt einen Virologen, der auf dem besten Weg ist, ein Medikament gegen die scheinbar unheilbare Krankheit zu entwickeln und muss nun entgegen den Willen seiner Vorgesetzten, gespielt von Morgan Freeman und Donald Sutherland, versuchen die Sprengung zu verhindern, zumal seine Ex-Frau, gespielt von Rene Russo, ebenfalls erkrankt ist und sich in der Stadt befindet.
Spätestens seit dem 11. September ist klar, wie weit Terroristen und Militärs wirklich gehen können und spätestens seitdem ist "Outbreak" einer der härtesten Mainstream-Thriller, der ein gar nicht mal so unrealistisches Schreckensszenario enthüllt und damit von Anfang an fesseln kann. Darüber hinaus ist "Outbreak" die beste Hollywood-Produktion von Wolfgang Petersen, der nach "Das Boot" noch einmal beweist, dass er der beste deutsche Regisseur seit Jahren ist.
Viren eignen sich perfekt, um eine bedrohliche und dichte Atmosphäre aufzubauen, da sie im Gegensatz zu irgendwelchen Monstern und Aliens tatsächlich existieren, wirklich jeder Angst vor ihnen hat, da es im Prinzip keine Verteidigung gegen sie gibt und weil man sie nicht einmal sehen kann. Und Wolfgang Petersen nutzt dies definitiv für seinen Film aus und hält so von Anfang an eine bedrohliche Atmosphäre aufrecht, die er zum Ende hin aufgrund des enormen Zeitdrucks sogar noch erhöhen und ausbauen kann. Petersen startet bereits mit einem Schreckensszenario in Afrika, wo mehrere Menschen an einer abscheulichen und tödlichen Seuche sterben und macht direkt einmal klar, wie katastrophal die Krankheit wirklich ist. Anschließend zeigt Petersen genau den Weg des infizierten Affen und der anschließenden Epidemie auf und bleibt dabei so realistisch, dass man es wirklich mit der Angst zu tun bekommt.
Die Bilder sind erschreckend und mit der hervorragenden Kameraführung von Michael Ballhaus werden sie auch überzeugend und verstörend eingefangen. Die Szenen von sterbenden Menschen, für die überhaupt nichts getan werden kann, von ganzen Lagern von Leichen und Todkranken und von dem Militär, dass die ganze Stadt besetzt und fliehende Menschen tötet brennen, sich förmlich ins Gedächtnis des Zuschauers. Damit liefert Petersen den realistischsten und härtesten Film dieser Art und stellt die Auswirkungen perfekt dar und baut zudem konstant Spannung auf, wobei er von den hervorragenden Darstellern und der schnellen Spannungsmusik tatkräftig unterstützt wird.
In der zweiten Hälfte des Films verwandelt sich der Katastrophenfilm zunehmend in einen Action-Thriller um Hoffman und Gooding jr., die vor der Sprengung der Stadt ein Medikament entwickeln wollen. Die Handlung wird so leider zunehmend vorhersehbarer und verwendet immer mehr Genre-Klischees, dennoch kann "Outbreak" aber immer noch fesseln, da Petersen das Tempo erhöht und Dramatik aufbauen kann, weil auch Hauptfiguren erkranken und zu sterben drohen. Außerdem baut er ein paar gut gemachte und unterhaltsame Action-Szenen in den Film ein und setzt dabei die Kulisse der kalifornischen Wälder hervorragend in Szene und steigert die Spannung dabei bis zum Herzschlagfinale immer weiter.
Nebenbei beschäftigt sich der Film natürlich auch mit seinen Charakteren und vor allem mit der Beziehung von Hoffman und Russo, die zwar geschieden sind, aber immer noch aneinander hängen und mit der Beziehung zwischen Hoffman und Freeman, der einerseits versucht ihm zu helfen, andererseits aber nicht bei seinem tyrannischen Vorgesetzten in Ungnade fallen will. Leider wirken diese Nebenhandlungen teilweise ein bisschen zu aufgesetzt, typische Mainstream eben, und bremsen den starken Film teilweise aus, auch wenn sie stellenweise einen emotionaleren Zugang zum Film gestatten. Im Endeffekt sind es die guten Darsteller, die diese mittelmäßige und klischeehafte Charakterkonstruktion mit einem starken Spiel kompensieren können.
Dustin Hoffman meldete sich nach einer dreijährigen Pause mit "Outbreak" zurück und spielt direkt ganz groß auf. Sympathisch wie eh und je überzeugt Hoffman mit seinem starken Spiel und ist sowohl in emotionalen, als auch in ernsten Momenten vollkommen routiniert. Rene Russo, die schon in "In the Line of Fire" unter der Regie von Petersen spielte, ist ebenfalls überzeugend und sympathisch und ist mit ihrem guten Zusammenspielt mi Hoffman am Aufbau der Dramatik beteiligt. Cuba Gooding jr. zeigt schon ein Jahr vor seinem Oscar-Gewinn mit Jerry Maguire, dass er ein starker Charakterdarsteller ist und spielt als Virologe ausgezeichnet, genauso wie Morgan Freeman, der seine undurchsichtige Rolle perfekt auf die Leinwand bekommt und Donald Sutherland, der im Grunde am besten spielt und ein überragendes Feindbild abliefert und so die Brutalität der amerikanischen Militärs perfekt darstellt. Mit Kevin Spacey hatte Wolfang Petersen einen der besten Charakterdarsteller aller Zeiten in seinem Cast, konnte dessen Können aber nicht ausnutzen, da Spacey in einer überflüssigen Rolle steckt und neben ein paar lustigen Momenten nur in zwei kurzen Szenen auf dem Sterbebett sein volles Talent zeigen kann. Aber bei einem dermaßen starken und bekannten Cast, kann man nun mal nicht allen Stars eine gute Rolle mit Potential verschaffen.
Fazit:
Mit einem überragenden und namenhaften Cast, einer starken Story, die zum Ende hin leider ein bisschen abkippt und der hervorragenden Kameraführung von Michael Ballhaus inszeniert Wolfang Petersen einen der besten Mainstream-Thriller der 90er und baut von Anfang an konstant Spannung auf. Die Atmosphäre ist gespannt, die Action-Szenen sind gut inszeniert und das Katastrophenszenario ist perfekt dargestellt, sodass einem beim Ansehen buchstäblich die Luft wegbleibt.
92%