Review

Eine millionenfach kleiner - und trotzdem verlieren wir gegen ihn!


Mit „Contagion“, der an die Sache wesentlich realistischer und noch viel warnender herangeht, ist Wolfgang Petersens „Outbreak“ sicher der momentan aus aktuellem Anlass meist gesuchte, geguckte und besprochene Film. Hat sich das Virusabenteuer, denn anders kann man dieses Hollywoodstarkino nicht bezeichnen, gut gehalten? Ich finde schon, wenn man ihn denn möglichst aus dem Unterhaltungsblickwinkel betrachtet... Es geht um einen neuen, unfassbar effizient und tödlich arbeitenden Virus, der durch einen importierten Affen aus Afrika in die USA „einreist“. Die Army hatte schon vor Jahrzehnten auf Kontakt mit ihm äusserst radikal und unmenschlich geantwortet - doch das war nicht auf heimischem Boden und eine Vertuschung gelang. Plus: der Virus ist nun mutiert und das angefertigte Gegenmittel ist wirkungslos. Dustin Hoffman als Armydoc in love mit seiner Exfrau im Kampf gegen fiese Vorgesetzte, erbarmungslose Viren und die Zeit...

„Outbreak“ ist nicht wirklich realistisch, aber sehr spannend und super unterhaltsam, man kann es nicht anders sagen, damals wie heute. Die berühmten Gesichter sind alles andere als auf Autopilot, das Thema betrifft uns alle, wie man momentan traurigerweise sieht, die zwei Stunden vergehen wie im Helikopterflug. Besonders hervorheben möchte ich die Chemie zwischen Hoffman und Gooding Jr., Donald Sutherland als unfassbar sturer, böser General und wie einige menschliche, oft nicht sehr vernünftige, gar dumme Verhaltensweisen offengelegt oder zumindest angeschnitten werden - von Fluchtversuchen aus der Quarantänezone bis zum Geld, das die Welt regiert. Der James Newton Howard-Score unterlegt das Ganze großspurig, es wird eine erstaunliche, lobenswert anti-amerikanische und anti-militärische Haltung an den Tag gelegt und es wird schmerzhaft verdeutlicht, dass ein Virus wie dieser, gegen den Corona aussieht wie ein Heuschnupfen, uns außerhalb der Traumfabriktraumwelt wohl vor unlösbare Aufgaben stellen würde... 

Fazit: in vielerlei Hinsicht eher auf Unterhaltung statt Realismus setzender Hollywoodthriller - aber in Sachen Spannung und eben Entertainment trotzdem richtig stark! Und mehr als hochklassig besetzt! Wenn Spaß und Ernst verknüpft werden. 

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