Review

Grundsolider Sci-Fi-Actioner von Regisseur Norberto Barba ( Blue Tiger ). Für ein B-Movie war das Budget wirklich ordentlich und demnach sieht der Film auch gut aus, leider hat man beim Drehbuch versagt. Insgesamt hätte man aus dem Thema viel mehr herausholen können. Fast dieselbe Story wurde später noch einmal viel besser mit Kurt Russel verfilmt, in " Soldier ". Der dabei unbekannt gebliebene " Solo " hat die spätere Verfilmung eindeutig inspiriert, nur hat man hier komplett vergessen ein bisschen in die Tiefe zu gehen. Hier wird auch nur die Actionfraktion angesprochen.
Story:
Mit Solo ( Mario Van Peebles ) hat man eine unbesiegbare Kampfmaschine erschaffen, doch leider entwickelt die Maschine menschliche Gefühle und büchst mitten im Dschungel aus. Colonel Madden ( William Sadler ) wird damit beauftragt Solo zu finden. Der hat sich derweil mit den dort lebenden Menschen angefreundet und hilft ihnen im Kampf gegen die Rebellen. Aber Madden macht das Dorf schnell ausfindig, obendrauf wurde ein noch weiterentwickelter Prototyp auf Solo angesetzt. Solo´s Schöpfer ( Adrien Brody ) tut derweil alles für die Rettung seiner Schöpfung.

Die Story hat Potential, leider verschenkt man fast alles, um etwas Rasanz hineinzubringen. Alle Charaktere bleiben sehr oberflächlich, genauso wie Solo´s Gewissenskonflikt. Hier hätte man viel mehr in die Tiefe gehen müssen. Doch stattdessen nervt man mit Aktionen wie dem ewigen Batterieaufladen, dem manchmal echt sinnlosen Verhalten einiger Charaktere und ein paar nervigen bis kitschigen Dialogen. Dadurch entstehen in den knapp 90 Minuten Laufzeit auch kleinere Längen, die man aber noch verkraften kann. Außerdem verläuft fast die komplette Story nach Schema F ab, man weiss schon nach der Titelmusik wie der Film zu Ende geht.
Überzeugend wirkt die Dschungelkulisse, alles wurde sehr authentisch in Szene gesetzt, während man auch die Musikuntermalung von Christopher Franke als passend betiteln kann. Die Action hält sich zwar im Rahmen ist aber handwerklich echt okay. Große Explosionen komplett ohne CGI, kleine Nahkämpfe und Shootouts werden geboten. Der Bodycount bleibt ziemlich niedrig und Härten sind eher weniger gegeben, trotzdem kann man insgesamt zufrieden sein. Ein langer Endkampf gegen den erweiterten Prototyp bleibt uns nicht vorenthalten und Solo´s Guerillamethoden sind abwechslungsreich. Es werden fleißig Fallen für die Rebellen gebaut und die kleinen Schlachten sind stets durch eine hohe Zerstörungswut geprägt. Es geht so ziemlich alles zu Bruch was vorhanden ist. Der selten eingestreute Humor geht leider etwas nach hinten los, lässt den ganzen Film aber nicht mehr so verkrampft wirken.
Mario Van Peebles nimmt man den Actionhelden ab und für die Rolle als Kampfmaschine braucht man auch nur einen Gesichtsausdruck. William Sadler glänzt wieder in der Rolle des fiesen Madden und Oscarpreisträger Adrien Brody ist in einer Nebenrolle als Wissenschaftler zu sehen. Den Darstellern hier kann man eigentlich keine Vorwürfe machen.

Fazit:
Grundsolide, aber auch nicht mehr. Die Story wurde schlecht ausgearbeitet, zudem wirken manche Dialoge oder Dinge unlogisch. Etwas mehr Action hätte nicht geschadet, aber das Vorhandene ist handwerklich gut und krachig. Die Darsteller machen einen guten Job, die Dschungelkulisse ist stimmig, der Score passend. Richtig spannend wird das Ganze jedoch nicht, doch zum Unterhalten reicht es. Knappe 6 Punkte.

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