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Noch ein Pseudo-Film, um nackte Frauenkörper in Szene zu setzen.
Bei manchen Produktionen wird einem innerhalb kurzer Zeit klar, wie die Idee entstand.
Hier: Regisseur findet vier junge Damen, allesamt gut gebaut, alle geben an, irgendwann eine Schauspielschule besucht zu haben. Die Idee: Küsst euch, räkelt euch, genießt gegenseitig eure nackten Leiber und dann, nun ja, ab in eine Holzhütte (weil´s klassisch ist) und fallt über ein paar Rednecks her (weil man dort niemand anderen erwartet), das nennen wir dann „Wicked Lake“ (weil dieser ja auch so einen Einfluss aufs Geschehen hat…)

Bereits die allererste Einstellung untermauert, dass Handlung im Verlauf nichtig sein wird, als ein Aktmodell in der Mitte eines Raumes posiert und die interessierten Schüler einer Kunstschule ihre Skizzen zu Papier bringen. Der zurückgebliebene Zeichner Caleb schließt sich dem Model auf dem Heimweg an und schon ist eine Verbindung zwischen den Frauen und den späteren Opfern hergeleitet, - denn Caleb schleppt noch seine degenerierten Brüder nebst Rollstuhl-Kriegs-Onkel an.

Daraus ließe sich mit viel Mühe immer noch ein unterhaltsames Horror-Vehikel basteln, doch dem Regisseur ist nach wie vor daran gelegen, seine vier Tussen nackt abzulichten und zeigt diese zunächst im sonnendurchfluteten Zimmer bei nackten Lesbenspielchen, später badend im See und noch etwas später abermals nackt, als sie bereits im Bann des Vollmondes stehen.
Ob das nun Hexen oder moderne Vampire sind, geht aus dem Ganzen natürlich nicht hervor.

Aber mit flüssigem Erzähltempo hat der es nun wahrlich nicht. Viel Gerede um nichts, ein einziges Posen, was jeglicher Erotik entbehrt und dazu ein kunterbunter Score, der von übelstem Heavy bis hin zu Country und Esoterik-Klängen reicht.
Dazu herrscht fast dauerhafte Überbelichtung, ständig kommen Zeitlupensequenzen hinzu und zu allem Überfluss sind bislang alle deutschsprachigen Fassungen so geschnitten, dass man maximal einen kurzen Blick auf eine Leiche erhält.

Was da an Bewegung im Spiel ist, kann allenfalls auf wenige Minuten zusammengefasst werden. Ein, zwei Läufe durch den angrenzenden Wald und zwei Cops, die den Damen offenbar seit geraumer Zeit auf der Spur sind, final aber auch kaum zur Temposteigerung beitragen. Dabei ist man weder auf Seiten der Opfer, noch empfindet man Sympathien für die verwandelten Weibschen und die Cops dringen viel zu spät ins Geschehen ein und erfahren kaum Background.
Es passt zum Gesamtbild: Hingeklatschter Mumpitz ohne auch nur in Ansätzen ein Gespür für Timing, Spannung oder gar Atmosphäre aufzubringen.

Entsprechend dankbar ist man für den vagen Running Gag, Caleb an der Eingangstür zur Hütte praktisch angepinnt zu sehen, der ab und an noch ein paar Äußerungen von sich geben darf.
Der Rest ist affig und substanzlos.
Fragt man sich zu Beginn noch, ob denn hier nur Bekloppte zum Geschehen beitragen mögen, weil kaum jemand einen vernünftigen Satz zustande bringt, zeigt der Verlauf eindeutig, dass es durchaus noch steigerungsfähig ist, wenn im Grunde nichts passiert, außer dass vier nackte Frauen degenerierte Typen beißen (zumindest andeutungsweise).

Wer also einen Vampirfilm sehen möchte, hat von „Nosferatu“ bis zu „So finster die Nacht“ genügend Möglichkeiten, einen sehenswerten herauszugreifen, wer anderweitig nackte Frauen benötigt, wird zwar fündig, doch heiß wirkt hier lediglich der 50er-Chevy, mit dem die vier Trullas unterwegs sind.
2 von 10

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