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"Kiss of Death" gehört auch wieder mal zu der Sorte Film, die trotz großen Staraufgebot nur auf Mittelstufe laufen. Man hätte einiges mehr aus dem Stoff machen können, doch weder das mäßig spannend geschriebene Drehbuch noch die solide Inszenierung von Barbet Schroeder (Mord nach Plan) können "Kiss of Death" zur Oberstufe verhelfen. Da nützt dann auch eine Hand voll bekannter Gesichter nichts mehr.

Autoknacker Jimmy Kilmartin (David Caruso) ist seiner Frau Bev (Helen Hunt) zuliebe ausgestiegen. Dennoch lässt er sich von seinem Cousin Ronnie (Michael Rapaport) zu einem Coup überreden. Dieser läuft schief und Jimmy landet im Gefängnis, wo er sich standhaft weigert, seine Komplizen zu verraten. Als er aber erfährt, dass Bev durch Ronnies Schuld gestorben ist, schwört Jimmy Rache und lässt sich als V-Mann in die Szene einschleusen, wo er auf Unterweltgröße Little Junior (Nicolas Cage) trifft...

Irgendwie hat es "C.S.I.: Miami"-Star David Caruso (Rambo) nie geschafft, sich auch auf der großen Leinwand zu etablieren, weshalb ihm nur Erfolge im Fernsehen gegönnt waren. Dass er ein brauchbarer Darsteller ist, beweißt er in "Kiss of Death", wenngleich man mit ihm nicht so richtig warm werden kann. Im Gegensatz zu dem Großteil seiner Kinorollen darf Nicolas Cage (Con Air) hier mal das brutale Schlägerarschloch raushängen lassen, was er routiniert abwickeln kann, ohne dabei aber wirklich Akzente setzen zu können. Das mag zum einen daran liegen, dass sein Charakter Little Junior außer Prügel zu verteilen und ab und zu den Ballermann sprechen zu lassen kaum was Innovativeres zu tun hat. Samuel L. Jackson (Jackie Brown) ist mal wieder als Cop unterwegs, was er recht ordentlich macht und solche Rollen inzwischen im Schlaf beherrscht. Diesbezüglich nichts Neues von Jackson. Die Nebenparts sind mit Helen Hunt (Twister), Stanley Tucci (Terminal), Michael Rapaport (True Romance), Ving Rhames (Verlockende Falle) und Kathryn Erbe (Echoes) recht prominent besetzt, die allesamt ihre Rollen passabel vermitteln können.

Bis auf ein paar Prügelszenen, einer Autoexplosion und ein, zwei Schüsse kann "Kiss of Death" bezüglich der Action nicht allzu viel vermelden. Alles irgendwie schonmal woanders gesehen. Denn der Film lebt mehr von seinen Figuren und der Handlung als von der Action, was nicht weiter schlimm wäre, wenn sowohl die Story als auch die Charaktere nicht bloss vom Reißbrett stammen würden. Irgendwie hat man das Gefühl Filme mit ähnlicher Handlung schonmal woanders bzw. besser gesehen zu haben, da die Geschichte vom geleuterten Kriminellen, der aus persönlichen Gründen oder zum eigenen Vorteil auf der Seite des Gesetzes arbeitet, nicht gerade neu ist. "Im Vorhof der Hölle" wäre da eines dieser Paradebeispiele, wie man es hätte besser machen können, da dort neben der Story auch die Figuren einen wirklich überzeugen können. Storytechnisch verlaufen einige Szenen etwas zu zähflüssig ab oder wirken gar unnötig. Das sorgt dafür, dass kaum echte Spannung aufkommen will, da man manches auch schon vorraussehen kann. So überrascht es den Genrekenner kaum, dass er klassische Anfangscoup in die Hose gehen muss und dass auch Beamte nicht immer mit sauberen Mitteln arbeiten, um ihre Karriere zu fördern. Und selbstverständlich wird der Schurke nach der ersten Verhaftung früher oder später wieder auf freien Fuß gesetzt, damit er am Ende dann entgültig eingebuchtet und ggf. sogar getötet werden kann. Wie gesagt... fast alles schonmal gesehen! Allerdings reicht "Kiss of Death" für das reine Entertainment und kann denn einen oder anderen verregneten Nachmittag verkürzen. Somit passable Durchschnittsunterhaltung für Jedermann und Zwischendurch.

Mein Fazit ist somit, dass "Kiss of Death" trotz Staraufgebot lediglich nur simple Fließbandware ist, die einen zwar nicht vom Hocker reißt, aber immerhin einigermaßen unterhalten kann.

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