Wir befinden uns in den Vereinigten Staaten von Amerika kurz nach dem Bürgerkrieg. Die Waffenindustrie hat mit dem Konflikt sehr viel Geld gemacht. Einer von ihnen ist Victor Barbicane, der jedoch nicht nur Waffenbauer, sondern auch Wissenschaftler ist. Er hat mit der Power X einen Sprengstoff mit schier unglaublichem Potential entwickelt. Doch will Barbicane die Kraft für zivile Zwecke nutzen. Eine Raumkapsel soll mit Hilfe von Power X auf den Mond geschossen werden.
Schön das hier ein Film mal schonungslos ehrlich ist, denn der erste Flug ins All kommt lediglich dadurch zustande, das die Waffenlobby nach dem Bürgerkrieg über fehlende Einnahmen klagt und so zusammenlegt um den neuen Supersprengstoff Power X auf dem Mond zu testen. Keine erfüllten Menschheitsträume, kein Gedanke an globaler Einigkeit, sondern reine Profitgier. Wenn eine Geschichte so startet nehme ich ihr auch nicht übel, das anschließend nicht mehr viel gescheites nachkommt.
Nachdem der Präsident zur Vorsicht rät und andere Nationen aus Angst bereits mit dem Säbel rasseln ändert man die Prämisse auf zivile Nutzung. So nehmen drei Personen und eine blinde Passageuse die Reise in dem neuen Raumschiff auf. Letztere ist für die Handlung zwar mal wieder ziemlich überflüssig und auch die Liebesgeschichte paßt hier nicht ganz rein, aber das ist längst noch nicht das Einzige, was man an der Jules Verne Vorlage umkrempelte. Vielmehr gibt man sich der Lost in Space Routine hin. Einer in der Crew betreibt Sabotage, die billig aussehenden Maschinen müssen für eine sichere Heimreise erst wieder geflickt werden, da kommt so etwas wie Weltraumfeeling so gut wie überhaupt nicht auf.
Das trifft größtenteils aber auch auf die Spannung zu. Während die ersten 60 Minuten doch ziemlich dialoglastig dahinplänkeln, nimmt nach dem Abflug zumindest ein wenig das Tempo zu und der Zuschauer darf ein wenig den Protagonisten die Daumen drücken. Aber selbst für die einfachen Verhältnisse der 50er Science Fiction ist Von der Erde zum Mond ein maximal durchschnittlicher Beitrag.
5/10