Review

Die Hölle auf Erden wird mal wieder freigesetzt, aber wir wollen mal aufhören, ständig von Zombies zu quatschen, denn wie auch inmitten der Handlung mehrfach betont wird, handelt es sich „technisch betrachtet um eine von Aliens infizierte Lebensform“.
Okay, ein halbwegs einfallsreiches Synonym für die fleischrünstigen Kreaturen, welche eine bunte Mischung aus teilweise karikierten Klischeefiguren in einem heruntergekommenen Mietshaus attackieren.

Mit Vollgas steigt der Streifen ein, als es zum Übergriff durch die Untoten kommt, die sich geifernd und recht agil über einige Opfer hermachen. Eine Rakete des Militärs macht dieses Chaos schließlich dem Erdboden gleich, doch der junge Wissenschaftler Darren kann in letzter Sekunde mit wesentlichen Teilen eines Serums entkommen und taucht in einer Bruchbude unter. Hier macht er nicht nur die Bekanntschaft mit einer Gang, sondern darf auch das Serum keine Sekunde aus den Augen lassen darf, weil sonst…

Nach dem furiosen Einstieg benötigt die Handlung eine ganze Weile, um wieder mit einiger Action daherzukommen. Dafür lässt man sich mit den Figureneinführungen ordentlich Zeit und formt damit einige Sympathie - und Humorpunkte.
Hauptcharakter Darren ist so eine Mixtur aus schüchternem Nerd, Tollpatsch und naiven Eigenbrödler, der im Zusammenspiel mit der geheimnisvollen, rassigen Nachbarin Maddie ein paar drollige Szenen hat.
Auch die Gang um Random, Killah-B und Asia Mark (da sagen die Namen schon alles) wird mit allen erdenklichen stereotypen Merkmalen eingeführt, die spätestens mit Erscheinen des breitschultrigen Colonel Collins aus den Fugen gehoben werden, als man mehr oder minder gemeinsam gegen die Brut fighten muss.

Natürlich sind einmal mehr strenge Top Secret Unternehmungen des Militärs aus dem Ruder gelaufen und da man es nicht mit klassischen Zombies zu tun hat, bei denen eine Kugel im Kopf ausreicht, kommt man im recht temporeichen letzten Drittel auf herrlich abstruse Ideen, wie Chlor in Kondome zu füllen und dieses als effektives Wurfgeschoss zu nutzen.

Generell hätte der Blutgehalt zwar etwas höher ausfallen dürfen, da man auf explizite Nahaufnahmen weitgehend verzichtet, doch immerhin spritzt das Blut einige Male im Off und diverse Bissszenen sind ebenfalls auszumachen.
Leider entscheidet man sich bei der überwiegenden Anzahl an Konfrontationen für eine eher hektisch geführte Kamera mit schneller Schnittfolge, was zwar das latent hohe Tempo des Showdowns untermauert, zuweilen aber ein wenig anstrengend zu verfolgen ist.

Auf darstellerischer Ebene sind ferner keine Höchstleistungen auszumachen, - dafür sind die Typen jedoch markant besetzt, während ihnen das Skript ein paar schwungvolle One-Liner mit auf dem Weg gibt, schon allein wegen der zwei, drei kleinen Gags gegen Ende, die durchaus eine Fortsetzung zuließen.

Zusammengefasst hat man also eher eine Variante von jüngeren Beiträgen wie „Zombieland“, „Doghouse“ oder auch „Dead Snow“.
Nicht vordergründig mit humorvollen Szenen gespickt, aber sympathisch zusammengesetzt und stets mit einem beschwingenden Gefühl ausgestattet, welches zu keiner Zeit Leerlauf zulässt.
Einzig der Mangel an abwechslungsreichen Schauplätzen lässt den Unterhaltungswert ein wenig absacken, doch wer diese völlig ernst angelegten Debütantenstreifen, die nur auf Splattereffekte ausgelegt sind ein wenig leid ist, sollte „Evilution“ eine vorsichtige Sichtung gewähren.
Knapp
7 von 10

Details
Ähnliche Filme