Der erste James Bond Streifen wirkt aus heutiger Sicht wie ein ungeschliffener Diamant. Zwar enthält er schon die wesentlichen Zutaten der Reihe, doch die charmante Lässigkeit des Agenten fehlt genauso, wie trickreiche Action und ein spannender Showdown.
Bei seinem ersten Einsatz ist der noch knackige Sean Connery in Jamaika unterwegs, wo er die muschelsuchende Ursula Andress aufgabelt und sich gemeinsam mit ihr im Quartier des Bösewichts Dr. No wieder findet, der natürlich die Weltherrschaft anstrebt.
Connery hat hier leider noch nicht die Synchronstimme von G.G.Hoffmann, dafür aber noch Haare und einen durchtrainierten Körper. Mit coolen Sprüchen mangelt es aber noch und auch der Körpereinsatz lässt besonders beim viel zu unspektakulären Showdown zu wünschen übrig. Eine Vogelspinne im Hotelzimmer und eine Autoverfolgungsjagd bilden da die einzigen spannenden Höhepunkte, ansonsten wird etwas viel geredet, was auf Kosten der Action geht.
Dafür ist die legendäre Titelmusik häufiger zu hören und auch die Urlaubskulisse ist gut gewählt. Ursula Andress macht eine gute Figur (aber auch nicht mehr) und Joseph Wiseman
spielt den überzeugenden Schurken mit etwas wenig Screentime.
Kein schlechter Einstieg, schön antiquiert, aber noch nicht so raffiniert wie spätere Bond-Streifen. Den Trick mit dem Haar zwischen den Türen habe ich mir damals gemerkt, nur leider habe ich keine mehr auf dem Kopf, um ihn anzuwenden…
6 von 10 Punkten