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James Bond 007 jagt Dr. No ist der Auftakt zur wohl erfolgreichsten und langlebigsten Kinoreihe aller Zeiten. Die "Bond-Formel" ist bereits hier deutlich zu erkennen: Tolle Locations, High-Society, Girls, Action, eine gemeine Schurkerei etc.

Der Regisseur Terence Young schaftt es, trotz bescheidenem Budget den Film (für damalige Verhältnisse) teuer aussehen zu lassen.

Entgegen den folgenden Bond-Filmen fehlt noch die Pre-Title-Sequenz, die erstmals in "Liebesgrüße aus Moskau" auftaucht. Der Vorspann beginnt mit dem typischen James-Bond-Thema und blendet dann über zu dem Song "Three blind Mice". Im Hintergrund sind dann silhouettenhaft Damenkörper in verschiedenen Farben zu sehen, was in den folgenden Filmen weiter perfektioniert wird.

Die erste kleine Auto-Verfolgungsjagd ist ohne Hintergrundprojektion gedreht, für die damalige Zeit eher selten. Damit wirkt diese deutlich packender als die längere, spätere Verfolgungsjagd, in der leider doch wieder auf Hintergrundprojetkon zurückgegriffen wurde und man mehrfach sieht, das Bond nicht ganz synchron zum ablaufenden Film lenkt, während er ein grimmiges Gesicht macht. Dadurch verliert diese Passage doch sehr an Spannung.

Das Dekor ist erstklassig, die Szenen auf Jamaika sind schön ins Bild gerückt, im letzten Drittel zeigt dann Ken Adams erstmals, wie Bond-Bösewichte gewöhnlicherweise "hausen" - luxuriös, große Hallen für ihr Schurkenstück nutzend mit allerlei technischen Krimskrams drinnen. Dies ist sicherlich auch einer der Gründe, warum dieser kleine Film eine Fortsetzung bekam.

Die Bond-Girls sehen alle gut aus und Bond bekommt sie alle, egal ob sie zu den Bösen oder den Guten gehören - typlisch Bond halt.

Entgegen den späteren Filmen ist bei "Dr. No" doch noch recht wenig Action zu finden, aber sobald diese einsetzt, ist sie meist ordentlich inszeniert (sehen wir mal ab von der weniger gelungenen Hintergrundprojektion während der 2. Autoverfolgungsjagd). Damals neu: Die schnelle Schnittfolge bei den Fights, auch ein Markenzeichen der Reihe. Verantwortlich hierfür zeigt sich Peter Hunt, der später bei "Im Geheimdienst Ihrer Majestät (1969)" selbst auf den Regiestuhl durfte.

Was aus heutiger Sicht eher zum Schmunzeln anregt ist der doch sehr naive Umgang mit Radioaktivität, die sich mit ein wenig Schaum schön abspülen lässt. Auch der "Drache", ein angemalter Panzer mit Flammenwerfer, der Angst und Schrecken verbreitet, kommt eher lächerlich herüber. Aber was solls, hat damals vielleicht noch funktioniert.

Fazit: Für damalige Verhältnisse sicherlich ein gelungener Auftakt, wenngleich dieser Film nicht so fesseln kann wie seine Nachfolger. Trotzdem: Die Bondformel war erfunden und funktionierte. Der Film ist trotz seines Alters auch heute noch anschaubar, wenn auch kleine technische Details veraltet rüberkommen. Da man sich ja noch steigern muss, vergebe ich wohlwollende 6 von 10 Punkten

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