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Im Jahr 1962 entstand wohl eine der bekanntesten und besten Filmreihen aller Zeiten, die auch noch 40 Jahre später mehr als aktuell ist, kommt doch bald der neueste Bond, "Stirb einen anderen Tag", in die deutschen Kinos. Der erste Schauspieler, der das Glück hatte, in die Rolle des britischen Geheimdienstlers James Bond zu schlüpfen, war Sean Connery, der in "James Bond jagt Dr. No" gleich eine mehr als überzeugende Leistung abliefert. An den sonst so üblichen lustigen und coolen Sprüchen Bonds mangelt es noch, aber das kam vielleicht erst nach und nach hin zu. Alles in allem ist Bond auch viel ernsthafter in seinem Kinodebüt, Höhepunkt ist die wohl fast schon kaltblütige Erschießung Dr. Dents. Der dritte Bond-unübliche Punkt ist der zu unspektakuläre Showdown, was aber auch nicht weiter stört. Das ist ja eigentlich auch kein Nachteil, zur damaligen Zeit waren ja die anderen Bond-Filme logischerweise noch nicht gedreht. Und für die jüngeren Leute wie mich, die höchstwahrscheinlich "Goldeneye", "Der Morgen stirbt nie" und "Die Welt ist nicht genug" vor den älteren Bonds sehen, ist die Action dann natürlich nicht so geballt. Gestört hat mich das aber sicher nicht, es muss ja nicht immer ein Showdown sein, der sich im Endeffekt über 25 Minuten hinwegzieht.
Die Story war damals schon die gleiche wie heute. Irgendwer versucht durch bestimmte illegale Handlungen die Weltherrschaft zu erreichen. In diesem Fall ist es der titelgebende Dr. No, der den Start vieler Raketen von Cape Canaveral stört und verhindert. Seinen eigenen Sitz hat er auf Cape Keye, eine Insel nahe von Jamaica. Der britische Geheimdienst setzt natürlich ihren Superagenten James Bond auf die Sache an.
Für einen Film, der mittlerweile immerhin schon 40 Jahre alt ist, wirkt der erste Bond äußerst unterhaltsam und kurzweilig. Das Ganze erscheint zwar alles etwas veraltet, stört aber nicht im Geringsten und der Spaß, den man am Bond schauen hat, wird nicht geschmälert. Für mich ist James Bond eine Legende, wirklich jeder Film der Reihe weiß zu überzeugen und zu unterhalten, sei es einer aus den 60ern oder einer aus den 90ern.
Wie in jedem Film hat Bond jede Menge Begegnungen mit Frauen, mit denen er sich natürlich nicht nur unterhält. Auch seinen Wodka-Martini, geschüttelt, nicht gerührt, trinkt er auch schon im ersten Teil der Reihe. Seine Walter PPK bekommt er aber erst im Verlauf des Films, trägt er doch vorher eine Berretta, die ihm aber dann kurzerhand von seinem Vorgesetzten verboten und weggenommen wird. Moneypenny hat nur einen kurzen Auftritt, in den weiteren Abenteuern Bonds bekommt sie teilweise größere Aufmerksamkeit zugesprochen.
Auch vor 40 Jahren war Bond schon Kult, wenn auch etwas veraltet. Wahre Fans müsste das aber wenig stören, die Filme haben einfach etwas, was sie so unterhaltsam macht. Von mir aus können nochmal 40 Jahre Bond folgen, ich bekomme auf jeden Fall nie genug. Auch wenn "James Bond jagt Dr. No" noch ein paar Einzelheiten besitzt, die im Nachhinein nicht so gut zu dem moderneren Bond passen, ist der Film einer der unterhaltsamsten seines Alters und ein überzeugender Bond. 8/10 Punkte

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