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Jüngst startete ein neuer James Bond Film in den Kinos und daher ist es für mich an der Zeit, mal ein paar alte Teile der Serie in den Player zu schmeißen. In den Medien wird zur Zeit der 50. Geburtstag des Agenten zelebriert. Aber nur um das mal klarzustellen: die Figur gibt es schone eine Weile länger. Ian Fleming, der auch selbst für den britischen Geheimdienst tätig war, veröffentlichte den ersten Roman ("Casino Royale") mit dem nach einem Ornitologen benannten Spion im Jahre 1953. Den großen Erfolg der Filmreihe erlebte er allerdings nicht mehr, da er 1964 an den Folgen eines Herzinfarkts starb.
Doch genug der Vorworte.

Dr. No zeigt als erster Film der Reihe schon einige der typischen Trademarks: Er bietet einen Superschurken inklusive größenwahnsinnigem Plan, leicht bekleidete Damen und exotische Drehorte. Auf die später in der Serie auftauchenden technischen Gadgets hat man hier noch verzichtet, dafür wurde schon an Originalschauplätzen gedreht. Dabei ist Connery hier noch der etwas rabiatere Bond, der zuweilen auch ungewohnt kaltblütig agiert; doch so ist die Figur in dem Romanen auch angelegt (ähnlich wie später verkörpert durch Dalton und heute Craig).

Die typischen technischen Mängel, die in Filmen aus früherer Zeit ins Auge stechen (gerade, wenn man nicht das Megabudget am Start hatte) wie Autoverfolgungen durch Rückprojektion oder das Vermitteln von Nachtszenen bei strahlendem Sonnenschein und dem Runterdrehen der Helligkeit, gibt's hier dann auch zu bestaunen. Stört aber nicht sonderlich. Hat's mich bei Bond von klein auf nicht.

Sean Connery genießt in der Rolle des Geheimagenten bekanntlich Kultstatus. Und das nicht von ungefähr. Hier und auch in den folgenden Filmen prägte er die Spielart und das Verhalten in unauslöschlicher Weise. Dabei wurde in den 60ern noch gesoffen, geraucht und mit Damen nicht unbedingt zimperlich umgegangen, was heutzutage im Mainstream kaum denkbar ist oder nur den Bösewichten vorbehalten scheint.

Ursula Andress als erstes Bond-Girl läuft da eher für die Optik als wegen anderer Talente vor die Kamera, reicht für die simple Geschichte aber vollkommen aus. John Barry's bekannter Score trägt auch prägend zur Atmosphäre bei, Monty Normans Thema kennt wohl jeder. Insgesamt wurde hier schon viel richtig gemacht, worüber ich froh bin, da der Erfolg der Reihe damals wohl kaum abzusehen war.

Kurzum: Ein gelungenes Debüt für eine Serie, die zwar ihre Hochs und Tiefs hat, im Großen und Ganzen aber immer wieder Spaß macht. So auch dieses ungeschliffene Erstlingswerk.

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