Inhalt:
China, wohl zur Zeit der Ming-Dynastie. Die Verbrecher-Bande des Jade-Tigers (Chen Hung-Lieh) überfällt einen Gefangenen-Transport des herrschenden Kommandanten über die Provinz. Die Banditen nehmen dabei den Sohn, Chang (Wong Chung), des Kommandanten gefangen!
Die Jade-Tiger-Gang will mit Chang ihren seit geraumer Zeit von der Provinz-Regierung gefangen gehaltenen Chef freilösen. Doch der Kommandant entsendet seine Tochter, die Schwester Changs, "Golden Swallow" (Cheng Pei Pei).., die sich als Mann ausgibt, ihren Bruder zu befreien.
In einem Wirtshaus kommt es zu einer ersten Auseinandersetzung zwischen "Golden Swallow" und den Verbrechern.., an deren Spitze hier der "Smiling Tiger" Tsu Kan (Lee Wan-Chung) auftritt. Erstmals begegnet "Golden Swallow" hier dem trunkenen Bettler "Drunken Cat" Fan Tapei (Yue Hua), der ihr auch zukünftig beistehen wird.
Fan Tapei erweist sich nicht nur als guter Kämpfer, sondern auch als gewitzter Spion.
So erfährt denn "Golden Swallow", dass ihr Bruder im buddhistischen Tempel der Region gefangen gesetzt ist. Der Tempel kooperiert mit den Verbrechern.., und dort kommt es zum Kampf zwischen "Golden Swallow" und der Gang. "Golden Swallow" wird durch die geworfene Giftnadel des Jade-Tigers verletzt.., kann jedoch in den Wald entkommen, und verliert dort das Bewusstsein.
Vor ihren Häschern wird "Golden Swallow" jedoch von Fan Tapei gerettet, der sie in seiner Hütte gesund pflegt.
Fan Tapei und der Abt des Tempels, Liao Kung (Yang Chih Ching), sie lernten einst KungFu bei demselben Meister, sind aber nun verfeindet.
Nunmehr wird der Austausch der Gefangenen vorbereitet, dieser wird vollzogen, doch durch eine List Fan Tapei´s gerät das Oberhaupt der Bande wieder in die Hände der dem Provinz-Kommandanten nahe stehende Kräfte.
Die Jade-Tiger-Bande lässt aber nicht lange auf sich warten: Es muss zum Show-Down mit "Golden Swallow" und ihren eintreffenden Amazonen-Fighterinnen kommen.., sowie zwischen Fan Tapei und Liao Kung zum Duell auf Leben oder Tod.....
Fazit:
Meine kleine Reihe mit Filmen des Regisseurs King Hu, geht mit "Come drink with me" ("Das Schwert der gelben Tigerin") weiter. Und dieser Swordplay-Eastern gilt als einer der berühmtesten Filme des renommiert-ambitionierten Spielleiters.
Im Jahre 1966 drehte King Hu für die Studios der Shaw Brothers diesen Abenteuer-Streifen, als einen der ersten echten Eastern.., und welcher für die Hauptdarstellerin Cheng Pei Pei den Durchbruch bedeutete, sie, die daraufhin zu einer der meistgefragtesten Swordplay-Akteurinnen in Hongkong aufstieg.
Ein Jahr zuvor, 1965, drehten die Shaw Brothers ihre ersten beiden Filme, die man als Eastern bezeichnen kann... "Temple of the red Lotus" (siehe mein Review auf dieser website) und dessen Fortsetzung "The twin swords". Sodass "Come drink with me" somit im Folgejahr eben als einer der ersten Eastern mit zu werten ist.
Für das Baujahr ist dieser Film ein insgesamt recht unterhaltsamer Beitrag zum Eastern-Genre. King Hu war hier an die Vorgaben des Studios gebunden, an deren klasse Sets.., und eine weitgehend gängige Machart. Doch die ihm eigene Handschrift des ambitionierten Regisseurs ist hier in einzelnen Szenen ablesbar, und machen den Film phasenweise besonders.
Dass der Film denn in vielen Toplisten hinsichtlich Old-school-Eastern zu finden ist, ist denn wohl eher dem Pionier-Charakter dieses Streifens geschuldet.., denn als "perfekt" kann man diesen Streifen m.E. nicht werten. Das geht vielen Pionier-Streifen ja so.., die zwar neue Maßstäbe zu setzen vermögen, selbst aber noch nicht perfekt sein konnten.
So ist das denn auch hier..., Cheng Pei Pei "verschwindet" im Endsegment des Streifens denn fast ganz, das letzte Drittel ist etwas ´holprig´, fast sprunghaft, in seiner Umsetzung geraten, was bei diesem Regisseur etwas verwundert. Auch die räumliche Offenheit, die dieser Film über weite Strecken zu bieten hatte, geht beim finalen Duell Yue Hua vs. Yang Chih Ching denn verloren, was die Dinge nicht nur räumlich unnötig verengt.
Die Mankos liegen somit vornehmlich im letzten Drittel, zuvor ist "Come drink with me" ein fast richtig runder, früher Eastern, durchaus spannend aufgebaut, mit Auge für die Örtlichkeiten in Szene gesetzt, und schön fotographiert. Sei es in einem Wirtshaus.., oder vor allem im Hof eines Tempels.
Die Kampfszene dort, als Cheng Pei Pei die Schergen der Bande stellt.., und die tänzerische Ausbildung der Darstellerin ihr inbesondere zu Gute kommt, gilt für viele Kenner des Genres als eine der am schönsten fotographierten der frühen Easternjahre.
Die tänzerische Komponente in den Kämpfen seiner Filme, die visuelle Umsetzung seiner Streifen, die Schnitttechnik, die King Hu zuweilen selbst im Schneideraum vornahm, all dies sind Markenzeichen des Regisseurs King Hu, und sie machen auch bei "Come drink with me" vor allem in der ersten Hälfte des Films den Reiz aus.
Dann jedoch lässt all dies etwas -wie erwähnt- nach, so dass "Come drink with me" nicht 100 Prozent gelungen erscheint.
Dennoch war der Film damals ein voller Erfolg.., und gilt als Pionier des Eastern-Genres. Seine historische Bedeutung für das Genre ist unbestreitbar.., "Come drink with me" ist längst ein Klassiker seiner Gattung.
Cheng Pei Pei hatte mit ihrer Rolle der "Golden Swallow" ihren Durchbruch.., die tänzerische Ausbildung der Darstellerin kam voll zur Geltung, und sie verschmolz mit ihrer Rolle der Kriegerin.
Cheng Pei Pei trägt den Film, sodass man ihr am Ende denn doch mehr Präsenz auf der Leinwand gewünscht hätte.
An ihrer Seite Yue Hua, der seine Sache tapfer macht, sogar den finalen Kampf als Duell mit Yang Chih Ching alleine bestreiten darf.
Yang Chih Ching taucht im letzten Drittel fast unvermittelt auf -genauso wie die Amazonen-Kämpferinnen Cheng Pei Peis und seine Fehde mit Yang Chih Ching, über deren Ursprung man nur Fragmente erfährt-, was auch zu den finalen Holprigkeiten, die sich King Hu leistet, zu zählen ist.
Zuvor übernahm ein hier kreidebleicher Chen Hung-Lieh die Rolle des Haupt-Bösewichts, wie gesagt leichenblass und schlacksig, wirkt er entsprechend unsympathisch, aber auch ungelenk im Spiel.
Lee Wan-Chung als dauergrinsender Villain, sowie Auftritte von Ku Feng, Simon Yuen, Wong Chung und Hao Li-Jen als Verbindungsmann der Gang zum Tempel, runden den Cast denn ab.
Die Örtlichkeiten wurden von King Hu einmal mehr mit Bedacht ausgewählt, dazu die schönen Sets der Shaw Brothers. Am meisten dürfte die für diese berühmte Kampfszene ausgesuchte Örtlichkeit des Tempel-Innenhofes gefallen haben..., die zudem farblich durch ihre pastellen Töne visuell beeindruckt.
Der dortige Fight, sicher auch das actiontechnische Highlight dieser frühen Easternproduktion.
King Hu legte Wert auf die tänzerische Komponente in den Fights seiner Filme. Cheng Pei Pei war hierfür die richtige Actrice.., und mit Verlauf des Films werden die Fights auch immer blutiger. Für das Baujahr war das durchaus rasant und gefällig choreographiert.., das Finale dramatisch wenn auch beengt, und das Blut strömt. Für 1966 und einen Film von King Hu war die Action ordentlich.
"Come drink with me" ist ein Eastern von filmhistorischer Bedeutung, ein Pionier seines Genres. Gleichwohl konnte der Film noch nicht perfekt sein, und hat vor allem in seinem letzten Drittel unnötige Schwächen, Holprigkeiten und eine mitunter verwundernde Abruptheit.
Dennoch..., insgesamt fühlt man sich durchaus gut unterhalten, und sollte diesem Film seine damalige Neuheit auf dem Gebiet, und sein Baujahr zu Gute halten.
So springen bei der Bewertung noch etwas wohlwollende, knappe 6/10 Punkte heraus.