In „Red Zone“ steht für Dolph Lundgren mal wieder gewaltsame Beendigung terroristischer Aktivitäten auf dem Plan – nichts neues und entsprechend lahm umgesetzt.
Major Frank Cross (Dolph Lundgren) ist trotz seiner immensen Fähigkeiten nicht gerade beliebt bei seinen Vorgesetzten und wird bald auf einen unliebsamen Job angesetzt. Er soll eine Tasche mit Nuklearcodes bewachen. So wäre dann auch schon in den ersten paar Minuten geklärt, wie Dolph in die Geschichte hineingerät und aus welchem Grund er jede Menge Ärsche breittreten darf.
So kommt es dann wie es kommen muss: Eine Horde raffinierter Terroristen attackiert ihn in seinem Hotelzimmer, um besagte Tasche zu klauen. Das erste Mal Action in „Red Zone“ und schon unfreiwillig komisch, wenn Dolph und die Terrors in Autos (!) über die Dächer jagen und von einem Haus zum anderen springen. Bei dieser Aktion wird dann auch die Auslegung der Physik bis zum Äußersten strapaziert.
Am Ende haben die Fieslinge zwar die Codes, aber Cross ist an Bord des Helikopters mit einer Sturmmaske verkleidet. So wird er von den Bösewichten mit zu einem Raketensilo genommen, welches von den Terroristen erstürmt wird, die daraufhin die Forderung stellen, dass der Präsident (Roy Scheider) vor laufenden Kameras Selbstmord begehen soll. Doch das will Cross natürlich tatkräftig verhindern...
„Red Zone“ ist ein Film, der wirklich verdient direct to video erschien, denn ein abgehalfterter Dolph Lundgren und ein noch abgehalfterter Roy Scheider sind wirklich keine Freude für den Zuschauer – auch wenn „Red Zone“ noch nicht den qualitativen Tiefpunkt von späteren Lundgren-Filmen wie „Agent Red“ erreicht.
Der Plot ist Nebensache und zum Gähnen. Inmitten von TV-Ästhetik kämpft, prügelt und schießt sich Dolph seinen Weg frei, bis auch der letzte Terrorist tot ist und die Welt beruhigt schlafen gehen kann. Spannung oder Innovation sind hier Fremdwörter. Da können kleine Einfälle nur wenig beschwichtigen, z.B. wenn ein Terrorist mit veränderter Stimme mit Cross' Sohn reden muss und ihm im Familienleben hilft.
Immerhin die Action ist passabel. Denn die restlichen Actionszenen sind nicht so lächerlich wie die Verfolgungsjagd über die Dächer und bieten immerhin einige Nahkämpfe und Schießereien. Diese sind zwar keine Genre-Referenzen, aber immerhin für Genrefans gut anzuschauen, was „Red Zone“ dann doch ein gewisses Maß an Kurzweil zuteilt.
Lundgren spielt den wackeren Retter mit verschmitzter Miene, so dass am Ausgang der Geschichte kein Zweifel mehr besteht. Leider benutzt Dolph den kompletten Film über nur zwei Gesichtsausdrücke – was immerhin einer mehr ist als bei den Darstellern der Fiesling. Roy Scheider sieht recht bedauernswert aus, versucht seine Rolle aber mit Würde zu tragen.
Mit „Red Zone“ hat Lundgren nur einen begrenzt guckbaren Actioner geschaffen, der maximal im Free-TV bestaunt werden sollte – falls man Genrefan ist.