Für Dolph Lundgren (The Expendables, The Mechanik) war "Red Zone" die erste Zusammenarbeit mit der B-Actionschmiede Nu Image. Der französische Regisseur Frederic Forestier (Ball & Chain, Asterix bei den Olympischen Spielen) gibt hier seinen Einstand, nach einem Drebuch von Stewart Harding (Hollow Point, Spacehunter 3D) und Robert Geoffrion (The Hitman, The Tracker), die sich fleissig beim großen Vorbild "Stirb Langsam" bedient haben. Leider musste man sich nicht nur dort bedienen, denn aufgrund des knappen Budgets ist Stock Footage ein Muss, jedoch immerhin in Maßen.
Major Frank Cross (Dolph Lundgren) ist von nun an für den Koffer mit den Nuklearabschusscodes verantwortlich. Leider kriegt er das Ding vom ehemaligen Colonel Douglas Murphy (Michael Sarrazin) und seinen Mannen abgenommen. Die bringen ein Raketensilo in ihre Gewalt und drohen mit der Zerstörung Washingtons. Auch hat Murphy noch eine persönliche Rechnung mit Präsident Robert Baker (Roy Scheider) offen. Doch Cross befindet sich bereits im Silo, mit Hilfe von Lt. Colonel Northrop (Montel Williams) muss er den Start der Rakete verhindern. Allein schon, weil sich auch seine Familie in Washington befindet. Doch die Zeit wird knapp.
Das Geschehen im Film spielt sich zwar in Chicago ab, doch gedreht wurde im günstigeren Kanada. Dennoch kann sich die Optik für einen B-Film durchaus sehen lassen, selbst das Raketensilo wirkt in keinster Weise unnatürlich. Doch der Geldbeutel war schnell leer, gleich zu Beginn als Major Cross Nahrungsmittel mit dem Flugzeug abwirft ist deutlich ersichtlich, dass diese Sequenzen aus einem anderen Film entnommen wurden. Auch bei den Starts oder Flügen der Raketen kommt Stock Footage zum Einsatz, leider auch mäßiger CGI. Die Story ist im Grunde genommen schnell erzählt und kommt ohne jegliche Innovationen aus. Dennoch gibt es wesentlich Schlechteres auf dem Sektor, immerhin entsprechen Murphys Forderungen mal nicht den üblichen Klischees. Auf jeden Fall erzählt Forestier die Geschichte recht flott, nur dieses Familien Techtelmechtel am Rande vermag zu stören. Denn Franks Flamme und sein Sohn hocken in Washington, sind später natürlich auch der Gefahr ausgesetzt. Desweiteren zieht sich auch der Strang mit Präsident Baker zu sehr. Laut Murphy soll sich Baker vor laufenden Kameras hinrichten. So verschleppt Forestier das Tempo gelegentlich, aber im Grunde genommen hat er die Action gut im Film verteilt.
Aber die besten Actionszenen werden gleich nach der Einleitung verbraten. Hier sticht besonders die Autoverfolgungsjagd über die Dächer heraus. Ist auch kein Wunder, denn Spiro Rozatos war am Drücker. Danach geht "Red Zone" ein wenig die Puste aus, es darf ein wenig geprügelt, geschossen und durch das Silo gehetzt werden. Alles ordentlich in Szene gesetzt, aber nie spektakulär. Frank behält dabei immer die Oberhand und hat mit Northrop sogar noch einen Helfer. Als Zuschauer zweifelt man nie am Happy End, Spannung ist somit sehr spärlich gesäht. Es macht jedoch durchaus Spass Frank zuzuschauen, denn "Red Zone" nimmt sich dankenswerter Weise nicht allzu ernst, demnach sind einige Onliner vorhanden. Nur im Finale fällt die Actionarmut störend ins Gewicht, denn Frank hat die restlichen Terroristen viel zu schnell überwältigt. Ganz besonders Murphy tritt fast ohne Gegenwehr ab. Aber Dolph Lundgren führt den Zuschauer höchst sympathisch durch den Film, da lässt sich ein austauschbarer Michael Sarrzin (Cracker Jack 2, Fear Dot Com) und ein etwas blasser Roy Scheider (52 Pick-Up, Powerplay) recht leicht verschmerzen.
"Red Zone" hat durchaus einige Ansätze, bleibt im Endeffekt aber ein durchschnittlicher "Stirb Langsam"-Klon, der etwas mehr Action vertragen könnte. Nur Dolph macht seine Sache wirklich gut und als Actionfan fühlt man sich durchweg gut aufgehoben. Eine höchstens passable Story, ordentliche Action und ein bisschen Witz.