Und wieder einer von diesen grandiosen, indizierten Ultrabrutalos der heiß und innig geliebten 80er Jahren (mehr oder weniger, ich zähl den da einfach noch rein!), in dem Paul „Der Berüchtigte Holländer“ Verhoeven Arnie „Terminator“ Schwarzenegger auf einen wahrlich spannenden, fantasievollen Trip auf den Mars schickt, nur um dort ein krachendes Action - Rambozambo erster Güte vom Stapel zu lassen. Dabei hat Total Recall eine verdammt gut ausgetüftelte Geschichte, die einem vermutlich beim ersten Mal nicht zwingend komplett einleuchtet.
In der Zukunft: Doug Quaid (Schwarzenegger) ist Bauarbeiter und langweilt sich trotz Ehegattin Lori (wie kann man die nur von der Bettkante schießen: Sharon Stone) etwas, da ihm der Sinn nach unerfüllten Wünschen steht – dem Wohnen auf dem Mars. Durch Werbung wird er auf „Recall“ aufmerksam, eine Firma, die Leuten Gedächtnisimplantate verkauft, sodass ihnen schöne Erlebnisse zumindest in der Erinnerung bleiben – auch wenn es sie nie gegeben hat. Da Doug vom Mars absolut fasziniert ist und sich wohl mit seiner Frau nicht einig werden kann, wagt er den Sprung zu „Recall“ und lässt sich ein Implantat aufschwatzen, doch noch vor der eigentlichen Operation geht etwas schief: Doug wütet herum und redet von Agenten, die ihn verfolgen. Wenig später bewahrheiten sich seine Wahnvorstellungen: frühere Arbeitskollegen wollen ihm genauso ans Leder wie seine Frau und der energische Richter (schmutzig: Michael Ironside). Schließlich bekommt er Hilfe und wird auf der Suche nach Antworten – na ratet mal – auf den Mars geschickt, wo ein Industrieller Fiesling die macht an sich gerissen hat und die Bewohner unterdrückt. Quaid ahnt noch nicht, wie groß seine Rolle in der Geschichte wirklich ist...
Klare Sache – Total Recall ist ein Brett. Neben fulminanter Action (die mitunter doch ziemlich roh ausfällt, weswegen der Film prompt auf dem Index landete), erstklassigen Makeup- und Special Effects bietet der Film eine intelligente Handlung, clevere, anspruchsvolle Dialoge, die nötige Prise Humor sowie einen wuchtigen Soundtrack und mühevolle Kulissen. Wer den guten alten Arnie nicht mag wird den Streifen wohl auch nicht mögen, da er sehr auf den Hauptdarsteller fixiert ist, doch Fans und Freunde des Science Fiction kommen hier voll auf ihre Kosten. Über das nervige Happy End mag man streiten, aber vielleicht ist das ganze ja doch nur ein Traum gewesen...das Hauptthema des Films, nämlich die intrigante Spinnerei um Schein und Sein sowie vormalige Identitäten und falsches Spiel um Zusammenhänge von früher oder jetzt hält dem Zuschauer einige interessante Überraschungen parat, während sich das Auge bei den unzähligen Brutalo - Ballereien und sonstigen Gewaltorgien so richtig schön austoben kann. Wie schon in „Robocop“ bietet Verhoeven hier intelligente Action mit doppeltem Boden und glänzender Aufmachung.
In diesem Sinne: Wir sehen uns auf der Party. 10/10