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Nachdem der holländische Regisseur Paul Verhoeven mit seinem Vorgänger „RoboCop“ einen beachtlichen Erfolg verbuchen konnte durfte er auf Wunsch von Arnold Schwarzenegger bei „Total Recall“ Regie führen. Als Produzentenduo zeigten sich mal wieder Andrew G. Vajna und Mario Kassar verantwortlich, die aus der damaligen Zeit aus jedem Actionfilm ein Erfolg machten. Das Budget betrug 65 Mio. $ und der Film spielte weltweit 261 Mio. $ ein.

Douglas Quaid führt ein sorgenfreies Leben. Er ist Bauarbeiter und hat eine wunderschöne Frau Lori (Sharon Stone). Doch jede Nacht träumt er vom Mars. Als er seiner Frau davon erzählt auf den Mars zu ziehen ist sie wenig davon begeistert. Als Doug auf dem Weg zur Arbeit einen Werbespot der Fa. Recall sieht, die implantierte Träume verkauft, ist er fest davon entschlossen einen 2 Wochen Urlaub auf dem Mars zu buchen. Er wählt den Egotrip als Geheimagent. Doch während der Implantierung geht etwas schief und Doug dreht bei Recall durch und glaubt tatsächlich er wäre ein Spion.
Bald darauf wird er von Fremden gejagt und er weiß gar nicht so Recht warum. Um die Antworten auf seine Fragen zu bekommen, muss Quaid auf den Mars. Nur dort kann er herausfinden ob es sich bei den Ereignissen, die um ihn herum geschehen, um die Realität oder um einen Traum handelt.

Die Idee zum Film „Total Recall“ basiert auf einer Kurzgeschichte von Philip K. Dick. Daraus haben die drei Drehbuchautoren Ronald Shusett, Dan O’Bannon und Gary Goldman die Story abgeleitet und filmtauglich gemacht. Der Film setzt sich mit dem Thema Realität und Traum auseinander aber beantwortet diese Fragen dazu aber nicht vollends. Vielmehr soll der Zuschauer selbst entscheiden worum es sich handelt. Es gibt einige Dinge die für beide Seiten sprechen.
Meine Theorie ist das Quaid ein ganz normaler Arbeiter ist, vom alltäglichen Leben einfach gelangweilt und deshalb einen neuen Kick sucht. Deshalb wird er auch erst verfolgt nachdem er bei Recall war und hier der eigentliche Teil seines Traums beginnt. Bei einem Gespräch mit dem Recallmitarbeiter McClane (Ray Baker) sagt dieser ihm auch voraus, dass er am Ende seines Trips als Planetenretter vom Mars gefeiert wird, die Bösewichte besiegt und die hübsche Frau bekommt. Genau dasselbe sagt auch Dr. Edgemar (Roy Brocksmith), dem Quaid auf dem Mars begegnet und auch in dem Werbespot von Recall zu sehen ist. Zudem ist die Brutalität im Film teilweise so übertrieben, das man nur davon ausgehen kann, dass es sich um einen Traum handelt. Bspw. nimmt Quaid einen Menschen als Schutzschild um sich gegen die Angreifer zur Wehr zu setzen. Auch das Ende wo der Mars mit Sauerstoff frei gesetzt wird wirkt unglaubwürdig, weil kurze Zeit zuvor Quaid und Melina (Rachel Ticotin) beinahe der Kopf ohne Weltraumanzug zerplatzt wäre.
Dabei entstammt das Gezeigte wahrscheinlich Quaid´s eigen gespinnter Phantasie, also seinem Traum und er erwacht gegen Ende des Films bei Recall inkl. einer Hirnschädigung (was man ja nicht sieht, da gleich darauf der Abspann folgt).
Ganz gleich welche These man vertritt, wird der Zuschauer in den Storyverlauf des Hauptprotagonisten Quaid gezogen und erfordert somit höchste Aufmerksamkeit und mitdenken ist angesagt. Denn wie auch Quaid weiß der Zuschauer nicht so Recht was es mit seiner Identität als Geheimagent auf sich hat. Erst nach und nach, vor allem bei der Ankunft auf dem Mars werden Enthüllungen preisgegeben.

Auf dem Mars angekommen gibt es fantastische Planetaufnahmen und tolle Bauten und witzige abgedrehte Einfälle wie z.B. die Mutanten. Warum es auf dem Mars Mutanten gibt wird so geklärt, dass durch den Mangel an Sauerstoff, der durch den Marspräsidenten Cohaagen (Ronny Cox) kontrolliert wird, dies zu Missbildungen unter den Menschen führt. Somit steht Cohaagen immer im Kampf mit den Rebellen.
Der Future Look sieht für heutige Verhältnisse zwar leicht trashig aus, aber die Effekte können auch heute noch überzeugen, genauso wie die Action. Wie schon bei Verhoeven´s „RoboCop“ fällt diese mal wieder sehr hart und brutal aus. Da wird schon mal von Seitens Arnie ein Mensch als persönliches Schutzschild genutzt um durch den feindlichen Beschuss der Gegner unversehrt sich aus der Situation zu retten. Auch sonst gibt es einige futuristische und automatische Waffen zu bestaunen, die bei den Shootouts viele zahlreiche blutige Einschüsse hinterlassen. Die Auseinandersetzungen verlaufen auch sehr blutig wobei man auf Ästhetik seitens Arnie nicht hoffen sollte. Er haut halt den Bösewichtern ordentlich die Hucke voll und verteilt dabei reichlich Schläge und Tritte.
Es gibt einige tolle Einfälle wie der Touchscreen mit dem Namen McClane drauf, der farblich veränderte Nagellackstift, das Hologramm oder die Sicherheitsmaßnahme als riesiges Röntgenschild zur Waffenkontrolle in der U-Bahn.
Auch der Roboter-Taxifahrer sorgt für einige Lacher.

Arnold Schwarzenegger macht seine Sache als Douglas Quaid recht ordentlich und ist auch voll in seinem Element. Ballern, prügeln und laufen stehen hier auf dem Programm. Auch darf er ein paar Oneliner zum besten geben und schauspielert für seine Verhältnisse Klasse.
Sharon Stone als seine Frau kommt hier wirklich sexy rüber und nur in „Basic Instinct“ war sie noch besser.
Rachel Ticotin als Melina sieht nicht nur gut aus, sie ist auch genauso schlagkräftig wie Arnie. Zusammen bilden sie ein tolles Gespann.
Auf der Bösewichtseite spielt Michael Ironside den harten Drecksack Richter, der Arnie an den Kragen will. Typische Rolle für ihn wie auch schon in „Starship Troopers“.
Ronny Cox ist als Cohaagen die Idealbesetzung und ist einfach herrlich fies.
Für den Score ist Jerry Goldsmith verantwortlich und er verfügt über das richtige Händchen um jede Szene passend zu untermalen.
Für die Effekte war mal wieder Rob Bottin zuständig, der erstklassige Arbeit abgeliefert hat.

„Total Recall“ ist ein intelligenter Science-Fiction-Action-Thriller mit einer erstklassigen Story, tollen Schauspielern, einem etwas anderem (Mars-) Szenario, harten Actioneinlagen, Humor und das alles in Verbindung mit einem visionären Regisseur. Dieses Spektakel hier funktioniert perfekt und verbindet verschiedene Genres zusammen und ist zugleich Verhoevens bester Film und gehört zu den besten Schwarzenegger-Filmen neben „Terminator 1 + 2“, „Predator“ und „True Lies“.

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