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"Nothing But The Truth", nichts als die Wahrheit will Sonder-Ankläger Patton Dubois (Matt Dillon) von Reporterin Rachel Armstrong (Kate Beckinsale) hören...

Nach einem Anschlag auf den US-Präsidenten wurden die Drahtzieher für das Attentat in Venezuela ausgemacht, was natürlich zu einem sofortigen militärischen Schlag gegen dortige Ziele führte. Reporterin Armstrong hat jedoch Informationen, daß Venezuela nicht hinter dem Anschlag steckt und will daraus eine große Story für ihre Zeitung machen. Eine letzte Absicherung für die Richtigkeit ihrer Informationen verspricht sie sich von Erica Van Doren (Vera Farmiga), einer mutmasslichen CIA-Agentin, deren Tochter dieselbe Schule  besucht wie Rachel`s Sohn. Ohne Van Doren`s Bestätigung geht die Story schliesslich in den Druck und ruft in der Öffentlichkeit entsprechendes Interesse hervor. Ausserdem tritt dadurch Dubois auf den Plan, der den Informanten wegen Landesverrats anklagen will. Nach einer anfänglich harmlosen Befragung bzgl. der Quelle der Informationen wird Rachel von Dubois Beugehaft angedroht, falls sie den Informanten nicht nennt.
Was als lächerliche Drohung im Raum steht wird schliesslich mit aller Konsequenz wahr, Rachel wird ins Gefängnis geschickt, weil sie ihren Informanten nicht offenbart.

„Nothing But The Truth“ ist ein waschechtes Drama, daß vor dem Hintergrund grundsätzlicher Themen wie Pressefreiheit, Wahrung der Anonymität von Informanten und nationaler Sicherheit abläuft. Diese Zutaten dienen hier vor allem dazu, die unterschiedlichen Schicksale der beiden Haupt-Darstellerinnen Beckinsale und Farmiga darzustellen.

Beide Charaktere sind storytechnisch so angelegt, daß sie im Rahmen ihres Jobs nichts falsches machen, sich im Verlauf der Handlung aber weder die Eine noch die Andere als Gewinnerin erweist.

Beckinsale hat hierbei zwar die weitaus längere Screentime, die besseren, weil intensiveren  Szenen wiederum hat Farmiga.

Neben dem Umgang der Haupt-Charaktere mit den jeweiligen Ereignissen hält den Zuschauer hier vor allem die Frage nach dem mysteriösen Informanten von Rachel bei der Stange. Ganz am Ende des Films wird dessen Identität preisgegeben und hat mich zumindest durchaus überrascht!

Kate Beckinsale stand ja bisher nicht gerade für die hohe Kunst des Schauspielens, aber hier zeigt sie mal ausnahmsweise, daß sie wirklich schauspielern kann. Zwar nicht in der Oscar-Liga spielend, aber dennoch erfrischend gegen ihr bisheriges Image der Leder-Outfit-tragenden Vampirin aus „Underworld“. Vera Farmiga hingegen war für mich bisher ein total unbeschriebenes Blatt. Ihre Erica Van Doren- Rolle ist zwar nicht so groß, wie die von Beckinsale, dafür spielt sie diese aber umso besser!
In weiteren Rollen gibt es den bereits erwähnten Matt Dillon, Alan Alda als Rachel`s Anwalt und David Schwimmer als Rachel`s Ehemann zu sehen. Gegen die weibliche Übermacht können diese drei rollenbedingt allerdings nicht bestehen, wobei Alan Alda dabei noch am ehesten in Erinnerung bleibt.
Regisseur Rod Lurie hat hier einen technisch überzeugenden, unterhaltsamen und auch spannenden Film abgeliefert, der zwar das Genre absolut nicht neu erfindet, sich aber durchaus wohltuend von der aktuellen Hollywood-Massenware abhebt!

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