Regisseur Rod Lurie soll ein Highschool Buddy von Präsident Obama gewesen sein. Um so verständlicher ist es, dass auch er in NICHTS ALS DIE WAHRHEIT demokratische Rechte wie Menschenwürde, Pressefreiheit und Aspekte wie Gerechtigkeit, Freiheit, Unabhängigkeit der Justiz, Glaubwürdigkeit und Integrität von Personen und des demokratischen Systems an sich in diesem Film hochhält und diskutiert, aber auch netterweise keine vorschnellen oder vorgefertigten Antworten liefert. Im klassischen Stile eines Polit-Thrillers und mit einem fast schon als Starensemble zu bezeichnenden Aufgebot werden diese Eigenschaften angeschnitten und gut in eine packende Story integriert.
Neben Hauptdarstellerin Kate Beckingsale als Journalistin Rachel Armstrong gefallen insbesondere Vera Farmiga als engagierte bis wortgewaltige CIA Agentin Erica van Doren und Matt Dillon als unnachgiebiger und extrem cooler und durchsetzungsstarker Sonder-Staatsanwalt Patton Dubois. Kate Beckingsale wächst sicher in ihrer anspruchsvollen Rolle über ihre sonstigen Vorstellungen hinaus, verbleibt aber aus meiner subjektiven Sicht nicht wirklich nachhaltig glaubhaft in ihrer Darstellung gerade der späteren - hier nicht verratenen - Phasen der Handlung, in denen sie nicht primär auf ihre Wirkung und Schönheit achten kann. Ihr Frettchengesicht vermag nicht die Bandbreite der dafür notwendigen Mimik glaubhaft zum Zuschauer zu transportieren.
Die Story von NICHTS ALS DIE WAHRHEIT ist durchaus spannend aufgebaut, sie ist aber vor allem auf die Entlarvung des Informanten von Rachel Armstrong aufgebaut der dann am Ende mit großem Tara gezeigt wird. Leider ist diese Information schon vom Zuschauer weit vorher am Anfang absehbar und somit verliert sich die Wirkung dieses vorhersehbaren Schlussgags fast völlig. Dennoch ist NICHTS ALS DIE WAHRHEIT empfehlenswertes konservatives und berechenbares Thrillerkino mit insgesamt guter Besetzung und den üblichen Zutaten eines unterhaltsamen Filmabends.
5,5/10 Punkten