"Kap der Angst" ist ein allerfeinster Psychothriller mit einer packenden Story und einer guten Besetzung. Dabei ist die Handlung, wenn man sie richtig auseinander pflückt, doch recht simpel. Aber der Film beweist, dass man auch ohne eine super verzweigte Story mit tausend Wendungen für spannende Unterhaltung von Anfang bis zum Ende sorgen kann.
Max Cady bereitet Sam Bowdens Familie nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis schlaflose Nächte, indem er besonders Sam mit Psychospielchen terrorisiert. Dabei stellt Cady, der im Knast das ganze Gesetzeswesen sorgfältig studiert hat, sich so geschickt an, dass ihm der Psychoterror nicht eindeutig nachgewiesen werden kann, obwohl dem Zuschauer relativ klar ist, dass er für die Taten (zum Beispiel der Tötung des Hundes) verantwortlich ist.
Die Sache spitzt sich mehr und mehr zu und wird dadurch immer spannender. Schließlich endet alles in einem langen Showdown. Regisseur Martin Scorsese versuchte mehr Spannung mit Psychospielchen als mit Gewalt zu erzeugen, wobei der Film gegen Ende, zugegeben, auch etwas härter wird. Dabei verwendete Scorsese manchmal auch ungewöhnliche Kameraperspektiven, die ebenfalls zum Ende vermehrt auffallen.
Die Schauspieler allen voran Robert De Niro spielen auf hohem Niveau. De Niro ist hier wohl in seiner bösartigsten Rolle überhaupt zu sehen. Nick Nolte als psychisch angeknackster Familienvater kommt äußerst realistisch rüber. Das selbe gilt für Jessica Lange, die seine Ehefrau verkörpert. Und Juliette Lewis bringt die schüchterne und pubertierende Tochter ebenfalls souverän rüber.
Fazit: Spannender Psychothriller, dem "Die Simpsons" sogar schon eine Folge gewidmet haben. (8+/10 Punkten)