„Hurricane Smith“ präsentiert den jungen Carl Weathers in Aktion – aber deutlich schwächer als in „Action Jackson“.
Billy Ray Smith (Carl Weathers) wird nur „Hurricane Smith“ genannt, da er im jungen Alter seine Schwester während eines Hurricanes rettete. Billy, der als Bauarbeiter seine Knete verdient, erfährt, dass seine Mutter gestorben ist. Nach der Beerdigung teilt man ihm mit, dass man auch gerne mit seiner Schwester sprechen wolle, die er selbst lange nicht mehr gesehen hat. Damit präsentiert den Film seinen Hauptdarsteller schon mal als Working Class Hero.
Billy folgt den letzten Postkarten seiner Schwester an die Goldküste Australiens ins Paradies der Surfer. Allerdings hat er keinen Anhaltspunkt, wo er suchen soll, da seine Schwester illegal ins Land kam und den Behörden nicht gemeldet ist. Zudem erschüttern Bandenmorde die Idylle des beschaulichen Landstrichs. Man muss kein Genie sein, um zu erkennen, dass die Bandenkriege bald auch Thema des Films sein werden und Billy mit hineingezogen wird.
Anhand eines Fotos kann Billy ein Haus identifizieren, in dem seine Schwester mal gewohnt hat. Doch dort trifft er nur auf die Prostituierte Julie (Cassandra Delaney) und ihren Aufpasser Shanks (David Argue), wobei Julie sich noch als recht hilfsbereit erweist, ihm aber auch nichts über den Aufenthaltsort seiner Schwester sagen kann. Doch Billy spürt, dass etwas faul ist und ruft mit seiner Schnüffelei Charlie Dowd (Jürgen Prochnow), die rechte Hand des Gangsterbosses Howard Fenton (Tony Bonner), auf den Plan...
Trotz des exotischen Schauplatzes ist „Hurricane Smith“ ein Film, der viel Potential verschenkt. So hat man die Story des rechtschaffenden Arbeiters, der sich mit dubiosen Gangstern anlegt, schon in zig Variationen gesehen und dies ist weit davon entfernt eine originelle Variante zu sein. So kann der Plot, der immer nur die Infosuche Billys und die Übergriffe der Gangster auf ihn verlinkt, nie wirklich fesseln und man verfolgt das Geschehen recht gleichgültig.
Die Regie des Films ist durchschnittlich und macht ihre Sache OK, kann aber nicht herausragen. Die Wendungen sind schon vorauszuahnen und auch die Charaktere lassen sich recht schnell in gewisse Schemata pressen, wobei nur die Figur des Shanks angenehm hervorsticht und etwas mehr Tiefe besitzt. So bleibt der Film ein durchaus solide gemachtes, aber sehr seelenloses Produkt, das dem Zuschauer zu gleichgültig ist.
Auch die Action kann den Film dann nur noch bedingt verbessern. Dies liegt vor allem daran, dass in den ersten zwei Dritteln fast gar nichts davon zu sehen gibt. Nur ein paar Prügeleien und eine recht ordentliche Verfolgungsjagd, aber dies ist eine viel zu geringe Menge. Erst im letzten Drittel wird dann noch mal auf die Tube gedrückt und es kommt einen klasse Stunt (Sprung vom explodierenden Boot) und einen ausgiebigen Showdown, der ziemlich gut gemacht ist. Diese Actionszenen können auch überzeugen und das Interesse des Zuschauers wieder erhöhen.
Carl Weathers gibt eine nur durchschnittliche Leistung ab, die zwar im akzeptablen Bereich liegt, aber niemanden vom Hocker haut. Jürgen Prochnow spielt ordentlich böse, hat aber vergleichsweise wenig Screentime. Die sonstigen Darsteller spielen allesamt ganz OK, aber zeigen auch keine wirklich nennenswerten Leistungen.
Actionkrimi nach Schema F mit sehr uninteressanter Handlung. Dank der Actionszenen aber immerhin noch unterer Durchschnitt.