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Das ist wirklich Trash pur! Von der feinen Edeloptik aus "Sin City" ist nicht mehr viel übrig geblieben. Der Film will zu keinem Zeitpunkt richtig in die Gänge kommen, verschenkt Zeit mit hundsdoofen Nichtigkeiten und hat derart behämmerte Momente, dass man sich fragen muss, ob man den im nüchternen Zustand überhaupt ansehen sollte.

Zwar kommen gerade vom titelgebenden Helden, der eine amüsante Schwäche für hübsche Frauen hat, und seinem Gegenspieler Octopus immer mal wieder nette Gags, die aber auch nur zünden, weil sie so bescheuert sind, dass sie schon wieder komisch werden, aber grundsätzlich hat man bei dem Film nicht sonderlich viel zu lachen. Die Schauspieler wirken unterfordert, weisen aber immerhin ein gewisses Maß an Spielfreude auf. Nur überträgt sich dieser Spaß im seltensten Fall auf den Zuschauer. Man fragt sich eigentlich den gesamten Film über, wie Regisseur und Drehbuchautor Frank Miller nur auf solche dämlichen Dialoge gekommen ist. Wollte er bewusst einen Kultfilm inszenieren, der nicht verstanden, sondern nur verstört belächelt werden soll? Oder ist ihm das Experiment mit der alleinigen filmischen Umsetzungsgewalt zu Eisners Comic-Vorlage schlichtweg aus der Hand geglitten? Ich habe keine Ahnung.

"The Spirit" hat null Anspruch, eine kaum formulierbare, total abgedrehte Story und vor allem eine Comic-Optik, die sich in ihrer abstrusen Oberflächkeit verzettelt und nach modernen Klassikern wie "Sin City" und "300" einfach nur enttäuscht. Klar, es sieht nach Comic aus, aber es fühlt sich nicht so an.

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