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kurz angerissen* erstmals veröffentlicht: 29.07.2009 So reizvoll die grellrote Krawatte auch nach wie vor durch das Schwarzweiß "seiner Stadt" flattert, "The Spirit" ist doppelte Verneinung: Nein, sagt der Film, ich nehme mich nicht ernst zum einen; dann aber wieder: nein, wir, das Publikum, nehmen es nicht ernst, wie du, der Film, versuchst, nicht ernst zu wirken. Das Ergebnis ist gewollt ungewollter Edeltrash der Marke Schwachsinn, mit einem hilflosen Frauenschwarm. Die comichafte Überzogenheit steht in der Luft, und irgendwie ist diese selbstreferentielle Pop Art von einer Durchsichtigkeit, dass man sie durchblickt wie eine Fensterscheibe, um auf etwas anderes zu blicken: nach draußen, in die Freiheit, wo Helden noch echte Helden sind und keine Kreuzung aus Robin und Super Mario. *weitere Informationen: siehe Profil
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Eine eigenwillige und umstrittene Comicverfilmung mit einem Superhelden, der eigentlich mehr einer dieser melancholischen, endlose Monologe haltenden Detektive ist. Regisseur Frank Miller bedient sich optisch ganz klar bei seinem eigenen Erfolgshit SIN CITY. Und wenn ein Film so eindeutig woanders "plündert", dann hat er es natürlich extrem schwer, überhaupt noch als etwas Selbstständiges wahrgenommen und für seine eigenen Qualitäten gelobt zu werden. Hier gilt dann aber tatsächlich: Stil über Substanz. THE SPIRIT täuscht nämlich so eine altmodische Retro-Eleganz vor, doch diesmal zieht ein ganz unpassender und banaler Humor den Kampf gegen das Verbrechen runter. Sam L. Jackson als Oberschurke ist mal wieder so dermaßen exzentrisch unterwegs, insbesondere wenn er als Samurai oder SS.Offizier verkleidet ist, dass es schwer erträglich ist.
6
Nicht schlecht geraten, jedoch nicht in der selben Liga wie SIN CITY. Frank Millers Comicadaption THE SPIRIT hat schöne Bilder und atmet in jeder noch so haarstäubenden Sequenz ihre Print-Herkunft. In düsterem Schwarzweiß gehalten, setzen nur vereinzelte Farbtupfer (meist blutrot) ihre Akzente. Die Charaktere sind in ihrer Performance Trash hoch drei, allen voran Jackson als größenwahnsinniger Oberfiesling namens Octopus. Der Rest ist schnell erzählt und recht kurzweilig, wenn auch so nahrhaft wie ein Burger. Hoffentlich gibt es KEINE Fortsetzung, denn als Einzel-Episode erfüllt THE SPIRIT gerade so ihren Zweck an Unterhaltung. Mehr muss nicht sein. Natürlich sollte man sich nichts vormachen, denn diese Art von Filmen wird niemals ein Mainstream-Publikum ansprechen. Dies gelingt nicht einmal SIN CITY, und der ist ein Ober-Burner im Genre. Für einen speziellen kurzweiligen Sonntagnachmittag im Kreise junggebliebener Comicfans - mehr nicht.
8
The Spirit ist sicherlich ein Film ind den man sich erst einmal "reinbeissen" muß um Geschmack an ihm zu finden. Der Look des Films ähnelt dem düsteren Style von "Sin City" sehr. Auch gibt es grade zu Beginn und Ende des Films mächtig brutale Action. Das war´s dann aber auch schon fast mit den Gemeinsamkeiten. The Spirit wirkt schrill, lustig und völlig überdreht. Samuel L. Jackson gibt einen komplett wahnsinnigen Fiesling ab. Sein Auftritt im Nazikostüm (!) gehört zu den verrücktesten Einfällen, die ich seit Jahren in einem Film gesehen habe. Für Comic Fans ein Muß, Freunde des Mainstream Popcorn Kinos dürften nach ca. 10 Minuten genug von "The Spirit" haben!
8
Eines gleich mal vorweg: Wer hier ein zweites „Sin City“ erwartet, wird wohl maßlos enttäuscht werden. Zwar benutzt Miller wieder den S/W-Comic-Style, wie bei seinem Erstlingswerk, doch hat er die Schwerpunkte mehr auf Humor und, auf die Spitze geriebenem, Heldengetue gelegt. Und so bekommt man keine explodierenden Gewaltszenen zu Gesicht, obwohl so etwas ähnliches durchaus vorhanden ist, sondern hat eher das Gefühl, umgebaute Teile eines Cartoons zu sehen. Ein sehr gutes Stück Filmgeschichte in edlem Look. Aber mit Sicherheit nicht jedermanns Sache. 08/10 Punkte