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Der Monster-Splatter "Feast" war 2005 ein kleiner, gemeiner, herzhaft ironischer Beitrag zum Hardcore-Creature-Feature-Genre. Die von Dimension Extreme produzierte Fortsetzung, die inhaltlich lückenlos an den Vorgänger anschließt, versucht sich ebenfalls an einem rotzig-frechen Tonfall - und scheitert kläglich.

Mit "Feast 2 - Sloppy Seconds" wird dem geneigten Splatter- und Gore-Freund eine extrem unappetitliche Schlachtplatte vorgesetzt, die mit ausufernden Gewalt- und vor allem Ekelexzessen, brachialen Figuren-Stereotypen und hoher Schnittfrequenz zu unterhalten versucht. Dabei geht jedoch so ziemlich alles daneben: Die Figuren sind weder originell noch ironisch: Ob die brutale Rockerbraut mit ihrer auf einzelne Dialogzeilen beschränkten Frauenbande, der zynische Autoverkäufer, der alles und jeden zu verraten bereit ist, um sich selbst zu retten, oder hysterisch-esoterische Frauen - das Personal der bunt zusammengewürfelten Truppe, die den Angriff der ekligen Monster auf eine Kleinstadt zu überleben versucht, tendiert zwischen nervtötend und tatsächlich unsympathisch. Identifikationsmöglichkeiten gibt es hier kaum und die Charaktere bleiben dünn wie Papier, sodass dem Zuschauer das Schicksal der Agierenden reichlich egal ist.

Das liegt aber auch an dem Nichts von Story, das ziellos vor sich hin plätschert, immer wieder komplett sinnbefreite Parallelmontagen aufbaut, in deren einzelnen Handlungsfäden rein gar nichts Produktives geschieht, und die, wenn überhaupt, irgendwann enorm unmotiviert zusammentreffen. Dramaturgisch wirkt der Film äußerst dilettantisch - einzelne Szenen werden unnötig in die Länge gezogen (man denke an die schwachsinnige Ekel-Autopsie-Szene an einem der Monster, die nur dazu dient, eine Figur nach der anderen mit diversen Körperflüssigkeiten der Bestie zu bespritzen), während entscheidende Wendungen eher zufällig und nebensächlich eintreten. Von logischen Zusammenhängen ist hier nichts zu sehen, stattdessen wird mit dem dramaturgischen Vorschlaghammer vorgegangen und regelmäßig ein neuer Monsterangriff als Handlungsschub verwendet. Das ist zu keinem Zeitpunkt spannend, wird im Laufe des Films immer langweiliger und bietet nicht das kleinste bisschen Dramatik zum Mitfiebern.

Seine zahlreichen Tiefpunkte allerdings erreicht "Feast 2 - Sloppy Seconds" immer dann, wenn er versucht, den böse-sarkastischen Ton des ersten Teils zu kopieren. Wo dieser noch gekonnt mit Handlungsklischees althergebrachter Survival-Reißer spielte, verfällt der zweite Teil wiederholt in zutiefst zynische und widerwärtige Gagversuche. Ob endlose Schleim-, Blut- und Monstersperma-Orgien oder scheinbare Heldenfiguren, die es doch nicht allzu weit bringen: Hier wird jeder Gedanke an Moral oder Anstand brachial beiseite gewischt. Das ist allerdings in den wenigsten Momenten witzig, sondern meist nur zynisch und menschenverachtend. Absoluter Tiefpunkt ist dabei die missglückte Rettungsaktion für ein von den Monstern bedrohtes Baby - etwas derart Geschmackloses hat man auch im primitivsten Horrorfilm nur selten gesehen.

Unerschütterliche Splatter-Fans immerhin werden hier einiges an krassen Ekel- und Gewalteffekten erleben (auch wenn die verwackelte Handkamera und der Stakkato-Schnitt im "Saw"-Stil ziemlich schnell nerven und auch einige Spezialeffekte reichlich billig aussehen) und der Anfangsteil gefällt sogar noch mit den tatsächlich ironischen Rückblenden-Einschüben zur Vorstellung der Hauptfiguren. Angesichts der kompletten inhaltlichen Ideenlosigkeit und des stilistischen Unvermögens der Filmemacher ist der Großteil des Streifens aber eher langweilig, geschmacklos und abstoßend. Mit Spannung oder gelungener Satire hat das so gut wie gar nichts zu tun. Selbst Genre-Fans sollten sich also gut überlegen, ob sie sich diesen platten Streifen wirklich antun wollen.

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