Zeit: Die Zukunft Ort: Stockholm. So beginnt dieses Spionage Abenteuer. Der Preis um den sich die ganze Sache hier dreht ist kein geringerer als der Nobelpreis. Alle Nobelpreisträger erreichen Stockholm. Paul Newman spielt den draufgängerischen Nobelpreisträger für Literatur Andrew Craig. Der glaubt wohl so eine Art Mini- James Bond zu sein, denn er trinkt gerne Martinis und steigt jedem Rock nach. Ist aber bei weitem nicht so erfolgreich wie sein Vorbild. Auch der für einen anderen Nobelpreis nominierte Professor Stratmann (Edward G. Robinson) kommt nach Stockholm. Dieser bekommt Besuch von einem osteuropäischen Geheimdienst und wird kurz vor der Verleihung durch ein Double ausgetauscht. Andrew Craig riecht den Braten und äußert seinen Verdacht der falschen Person. Kurz darauf erhält er einen mysteriösen Anruf….
Kalte Krieg Spionage Abenteuer waren in den 1960er Jahren in großer Mode. Und dieser Film ist dabei keine Ausnahme. Nach einem doch recht gemütlichen Beginn gewinnt der Film etwas an Fahrt und entwickelt sich zu einem spannenden aber nicht allzu ernsten Spionage –Abenteuer Thriller. Erinnerungen an diverse Hitchcock Vorlagen werden wach. Auch kein Wunder denn das Drehbuch stammt von Ernst Lehmann, der schon zu Der Unsichtbare Dritte das Drehbuch geschrieben hat. Der Film ist gut in seinen Thriller Szenen die an Hitchcock erinnern. Vor allem die Szene mit einer Autoverfolgung auf einer Brücke und die Szene im Nudisten Klub erinnert an Der Unsichtbare Dritte. Die Mischung aus Komödie und Thriller ist durchaus gelungen. Allerdings benötigt man für die 134 (!) Minuten Sitzfleisch. Der Meisterregisseur hätte die Handlung sicher gestrafft und flotter erzählt. Weniger interessant ist so eine Nebengeschichte um die anderen Nobelpreisträger. Diese haben leider mit der Thriller Handlung nichts zu tun und mir hat auch eine überraschende Wendung gefehlt. Die Kameraarbeit ist sehr gut und bietet schöne Außenaufnahmen in Stockholm.
Der kanadische Filmemacher Mark Robson mag zwar weniger berühmt sein doch hat er doch schon das eine oder andere interessante Werk abgeliefert. Seine Filmen gehören unterschiedliche Genres wie Sportlerdramen, Film-Noir Krimis, Dramen, Kriegsfilme oder Katastrophenfilme an. Zu seinen bekanntesten Werken zählen: Die Herberge zur 6ten Glückseligkeit, Glut unter der Asche, Schmutziger Lorbeer, Colonel von Ryan’s Express, Sieg über das Dunkel, Die Brücken von Toko-Ri, Zwischen Frauen und Seilen oder Erdbeben. Paul Newman, der Hauptdarsteller, sollte einige Jahre später einen ähnlichen Auftritt in dem Hitchcock Streifen Der zerrissene Vorhang bestreiten. Die Rolle des eher jugendlichen draufgängerischen Schriftstellers der gerne mal einen zur Brust nimmt und rumflirtet, steht dem jungen Paul Newman ganz gut. Unterstützt wird er von Edward G. Robinson und Elke Sommer. Elke Sommer bekam übrigens für ihre Leistung den Golden Globe für die beste Newcomerin (ihre Konkurrentinnen waren immerhin Tipi Hedren und Ursula Andress). Edward G. Robinson spielt hier eine Doppelrolle und ist so gut wie gewohnt.
Der Film ist sehr routiniert gedreht worden und bietet solide Leistungen aller Akteure. Der Preis versprüht naives 60er Jahre Kino-Flair und kann als solches als unterhaltsam bezeichnet werden. Wer Lust auf einen 60’er Jahre Spionagethriller hat kann hier ruhig mal einen Blick riskieren.