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Spätherbst 1996: Ein tödliches Virus wird von Fanatikern freigesetzt und fordert binnen kürzester Zeit 5 Milliarden Menschenleben. Die wenigen Überlebenden der Katastrophe ziehen sich der globalen Verseuchung wegen unter die Erde zurück und vegetieren mehr schlecht als recht in unterirdischen Städten vor sich hin. Im Jahre 2035 schließlich entscheidet man sich für eine heikle Mission: Ein Zeitreisender soll im Jahre 1996 Informationen über das Virus und den Geheimbund der "12 Monkeys" sammeln um die Entwicklung eines Gegenmittels vorrantreiben zu können...

Mit "Twelve Monkeys" gelang Terry Gilliam ein fantastisches Stück SF-Kino. Zwar ist die Zeitreisenthematik spätestens seit "Terminator" ein alter Hut aber Gilliams Umsetzung ist dafür umso beeindruckender weil unkonventioneller. Anders als im Falle der Cameron-Filme präsentiert sich "Twelve Monkeys" erzählerisch deutlich komplexer, ausgefallener in der Inszenierung und im Gegenzug weitaus actionärmer.
Dank dieser Ausgangsposition befindet sich der Zuschauer gleich viel näher am Geschehen und ist nicht bloss popkornschaufelnder Effekte-Gaffer. Etwas Aufmerksamkeit ist hier dank verschiendener Zeitebenen zweifellos gefordert - aber diese "Anstrengung" wird fürstlich belohnt! "Twelve Monkeys" nimmt den willigen Zuschauer von der ersten Minute an gefangen: Die wunderbar tristen Bilder - insbesondere die wenigen aber hochklassig stimmigen Zukunftsszenen seien in diesem Zusammenhang genannt - und die hierzu perfekt harmonierenden Klänge sorgen für eine intensive Endzeit-Atmosphäre und lassen die weitesgehend ruhig präsentierte Handlung zusätzlich beklemmend wirken. Ja, hier ist die drohende Apokalypse und der verzweifelte Wettlauf gegen sie quasi noch im heimischen Sessel spürbar! Zeit für fröhliche Momente bleibt da keine, und, ich verrate sicher nicht zuviel, geht man hier folglich letztenendes auch keinem klassischen HappyEnd entgegen...

Eine von vorne bis hinten absolut packende Geschichte, die jedoch ohne die passenden Darsteller nur halb funktionieren würde. Doch auch hier bewiesen die Macher echtes Händchen! Bruce Willis spielt den Part des schwer gezeichneten Zeitreisenden mit Bravour und wird eigentlich nur noch von dem bärenstarken Brad Pitt übertrumpft, welcher hier einen durchgeknallen Chemikersohn verkörpert. Madeleine Stowe schließlich spielt ebenfalls ordentlich, hat aber gegen Willis und Pitt kaum eine Chance. Letztere beherrschen den Film durchgehend, wobei besonders ihr erstes Aufeinandertreffen innerhalb der Mauern einer wenig einladenden Klapse die ganze Klasse ihres Könnens offenbart.

Fazit: Vielleicht gerät die Zeitreisen-Thematik insgesamt ein wenig in den Hintergrund aber andererseits bestärkt gerade diese Zurückstellung die beängstigende Vorstellung einer heutzutage ohne Zweifel mehr denn je gegebenen globalen Bedrohung durch Bio-Terrorismus in zusätzlichem Maße! "Twelve Monkeys" ist defintiv nichts für Actionjunkies sondern vielmehr ganz großes, ungemein düsteres Kino für echte Cineasten!

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