Terry Gilliam's Antiutopie behandelt vor allem die Definition von "normal" und "verrückt" in der modernen westlichen Welt und die Unfähigkeit des Menschen die Vergangenheit zu ändern. Im Bezug auf die angebliche Normalität wird das Verhalten der Gesellschaft gegenüber einem Individuum, das sich nicht den Normen und Werten der Gesellschaft entsprechend verhält , gezeigt und es stellt sich die Frage wie viele Menschen, die von uns als gesiteskrank erklärt wurden, nun wirklich geisteskrank und wie viele von uns verkannt sind.
Der Film enthält drei wichtige Charaktere, die augenscheinlich interessant sind und einer Erwähnung bedürfen.
Der erste Charakter ist James Cole, ein Strafgefangener der aus der Zukunft ins Jahr 1996 geschickt werden soll, aber aufgrund einer ungenauigkeit zuerst im Jahr 1990 in einer Nervenheilanstalt landet. Cole erlebt eine für ihn vollkommen neue und fremde Welt in der er sich teils wie ein Kind benimmt, das die Welt noch entdecken muss, und dadurch(und durch die Tatsache das er behauptet aus der Zukunft zu stammen) von der Gesellschaft für "verrückt" erklärt wird. Er beginnt an sich selbst zu zweifeln, hält sich zeitweise selbst für geisteskrank und erkennt recht schnell, dass die Menschen von sich zwar behaupten vernünftig zu sein, aber es durch die Behandlung der Natur und ihrer Mitmenschen an sich nicht verdienen zu überleben. Am Ende wird Cole seine eigene Vergangenheit zum Verhängnis, was die Unfähigkeit und Ohnmacht des Menschen gegenüber der Zeit zeigt.
Coles Psychologin aus dem Jahr 1990 ist der zweite Charakter von höherer Bedeutung. sie versucht lange Zeit alles was vorgeht mit Vernunft zu erklären, bis sie immer weiter von Cole in den Bann gezogen wird und anfämgt an der Meinung der Allgemeinheit zu zweifeln. Die Reaktion der Allgemeinheit ist, ihr Handeln logisch zu erklären (oder es zumindest zu versuchen) und keine unbequemen, neuen und vielleicht hilfreicheren Wege zu gehen.
Der dritte Charakter ist ein Mann dem Cole zum ertsen mal in der Nervenheilanstalt begegnet. als erstes erscheint dieser Mann als einfacher psychisch labiler Mensche, der in einer Heilanstalt sitzt, später stellt er sich als Gründer der Organisation "12 Monkeys" heraus, die anscheinden im Jahr 1996 99% der gesamten Menschheit mit einem Virus umbringt, am Ende stellt er sich jedoch als harmloser Umweltaktivist heraus, der von einer Gesellschaft, die für ihn in der Zukunft lebt, den Ruf eines Terroristen erhalten hat. Daran kann man gut die Irrtümer der menschlichen Gesellschaft erkennen und die teils katastrophalen Folgen.
Da der Film an sich grob gesehen in zwei Zeiten spielt war es nötig
zwischen den beiden Zeitabschnitten abzugrenzen. Die Abgrenzung erfolgt
präziese und hilft dem Zuschauer den Überblick nicht zu verlieren. Die Abgrenzung erfolgt durch verschiedene Farbgebung und Einrichtungen, nur das Verhalten der Menschen hat sich selbst nach ihrer fast vollständigen Ausrottung nicht verändert. Die Menschen versuchen nicht mit der Natur zusammenzuleben sondern die Erde "zurückzuerobern" und beweisen damit endgültig, dass die Menschheit größtenteils nicht verdient zu überleben.
Die Musik hat eine unaufdringliche und untermahlende Funktion in diesem Film, was die Wirkung des Filmes verstärkt.
Für etwas Abwechselung für das Auge sorgen ein paar nette Kameraeffekte, so dass es nie "langweilig" wird.
Was der Film nicht wirklich stark beinhaltet ist Gilliams typischer Humor, der in diesem Werk aber nicht von Nöten ist und der Film daher nicht an Qualität verliert.
Fazit: Eine düstere Zukunftsvision, die Kritik an der Gesellschaft übt und eine solide, gut durchdachte Story vorweisen kann. Abgesehen von dem spärlichen Humor kann man Gilliams "Handschrift" gut erkennen. Einige Aspekte hätte man jedoch besser hervorheben oder verarbeiten können, ansonsten kann man von einem durchaus gelungenen Werk sprechen.