Ritualmorde nach biblischen Motiven, ein verwitweter Cop mit Familienproblemen und ein paar blutige Einstellungen im Suspensionsgestell, - da klingelt etwas zwischen „Sieben“ und „Resurrection – Die Auferstehung“.
Wer ein stärkeres Faible für das Genre hat, dürfte wohl kaum eines der üblichen Versatzstücke vermissen, denn überrascht wird man hier auf keiner Ebene.
Im Gegenteil: Einer wie Dennis Quaid scheint ein wenig abonniert zu sein auf diese Rollen, dessen Figur als erstes mit verknautschtem Gesicht aufwacht und duschen geht.
Er verkörpert den Ermittler Aidan Breslin, der zu einem Tatort gerufen wird.
Frisch gezogene Zähne und ein mit roter Farbe geschriebenes „Come and see“ ergeben bis dato wenig Sinn, doch als man eine Leiche findet, um deren Tatort ebenfalls dieser Satz steht, kommt man auf die Offenbarung Johannes und die vier apokalyptischen Reiter, die offenbar höhere Ziele anstreben…
Um zahlreiche Klischees macht der Streifen wahrlich keinen Hehl. Beginnend bei der traumatisierten Hauptfigur, die kaum Zeit für seine beiden Söhne aufbringen kann, über diverse Tatortbegehungen, kurzen Inserts vom Tathergang und dem Sammeln verschiedener Hinweise auf den scheinbar biblisch ausgeschmückten Hintergrund wird man im Minutentakt mit braven Genrekonventionen konfrontiert und zu keiner Zeit überrascht.
Dennoch gelingt es, Breslin als Sympathieträger zu etablieren, einige schicke Landschaftsaufnahmen mit Schnee einzubinden und das allgemeine Erscheinungsbild düster und ein wenig trostlos erscheinen zu lassen, was der Aussage des Streifens durchaus dienlich ist.
Dabei werden die Dramenanteile ein wenig vernachlässigt, die problematische Vater/Sohn-Beziehung nur oberflächlich gestreift, genauso der Hintergrund der verstorbenen Mutter allenfalls vage angedeutet und im Grunde zu früh darauf hingewiesen, welcher Twist einem am Ende erwarten könnte.
Dabei gibt man sich mit kleinen Schockmomenten durchaus Mühe, als jemand unvermittelt eine Plastiktüte mit grausigem Inhalt hervorkramt und auch diverse Tatorte, an denen Opfer mit Haken unter der Haut in diesen Suspensionsgestellen hängen, können unter Umständen Gänsehaut verbreiten.
Allzu blutig fällt die Sache im Gesamtbild allerdings nicht aus, die Gewaltszenen halten sich in Grenzen, da sich mehr im Kopf des Zuschauers abspielt, allein durch verschiedene Rekonstruktionen seitens der Ermittler.
So kämpft sich Quaid mit zumeist verbissenem Gesichtsausdruck durch verschiedene Tatorte, steckt seinen Söhnen immer mal wieder einen Geldschein aufgrund verpasster Verabredungen zu und kommt dem bizarren Geheimnis der vier apokalyptischen Reiter immer näher, denn letztlich gilt es nicht nur, vier Leichen zu entdecken, sondern vor allem die Killer zu finden, die irgendeine Begebenheit zusammengebracht haben muss.
Trotz ruhiger Erzählweise kommt es ab und an zu spannenden Momenten, die leicht beklemmende Atmosphäre punktet zuweilen und was Quaid nicht auf seinen darstellerischen Schultern tragen kann/will, nehmen ihm phasenweise Filmsohn Lou Taylor Pucci und Ziyi Zhang in gut besetzten Nebenrollen ab. Warum Peter Stormare in zwei winzigen Szenen völlig verheizt wird, bleibt jedoch schleierhaft.
Am Ende kommt es zu dem, was viele bereits früh vermuten könnten, der Twist soll besonders perfide anmuten, dürfte aber durch das anschließende sentimentale Gewäsch in Frage gestellt werden, weil man auf die Art noch einen krummen Bogen zu einem scheinbaren Happy End finden will, - das wirkt alles ein wenig unausgegoren.
Trotz guter Ausstattung und brauchbarer Inszenierung ist dieser Thriller gewiss sehenswert, doch in der Masse zu wenig markant und vor allem zu inkonsequent, um gänzlich zu überzeugen.
Das Drehbuch strauchelt immer dann, wenn man an prägnanten Stellen in die Tiefe gehen sollte und kommt eben kaum über durchschnittliche Kost hinaus, weil man sich nicht traut abseits bekannter Verlaufsmuster zu taktieren.
Für Genrefans reicht definitiv die DVD-Sichtung.
6 von 10