Review

Was erwarte ich mir von einem der EAT THE RICH heisst? Ich in meinem Falle erwarte einen energiegeladenen sozialkritischen bzw. gesellschaftskritischen Film, der mit unserer Klassengesellschaft abrechnet. In diesem Falle der Kontrast Arm zu Reich, die Unterdrückten gegen die Unterdrücker. Aber was erwarte ich mir von einem Film, der EAT THE RICH heisst, aber als Komödie aufwarten will? Nahezu das gleiche, nur dass das Besagte in einem Kontext steht, dass ganze zugespitzt und ironisiert darzustellen. Was kriegen wir mit EAT THE RICH? Einen wirren Klamaukfilm mit derben Charakteren, die extrem überzeichnet dargestellt werden. Übertrieben ist hier das geeignete Wort für jeden einzelnen Faktor, die einen Film ausmachen. Übertriebende Charaktere, eine banale bis unglaubwürdige Story, okay das könnte man verzeihen, denn dis war auch sicherlich beabsichtigt. Kritik, die in Banalität und Unglaubwürdigkeit versinkt aufgrund mangelnder Überzeugungskraft der Darsteller oder das bewusste Overacting der Darsteller. Heisst im Klartext:

Der "etwas" homosexuell angehauchte und farbige Alex arbeitet als Aushilfskraft bzw. Kellner dritter Wahl in einem Nobelrestaurant, dass sich ausschließlich auf wohlhabende Gäste und wichtige Prominenz spezialisiert. Dass er dort das bekannte Feindbild abgibt, aufgrund seiner Einstellung und Herkunft wird im schnell bewusst und nach etlichen Eskalationen mit dem pingeligen und ekelhaft arroganten Gästen und den anderen Mitarbeitern wird er letztendlich entlassen. Ohne Unterkunft, Einkommen und dem Hass der Mitmenschen ihm gegenüber, plant er seine eigene Revolution der Unterdrückten.
Er schart ein paar Mittellose und Frustrierte um sich und stürmen mit Pfeil und Bogen seinen besagten Palast der Unterdrückung. Alle Wohlhabenden sollen dran glauben. Zusätzlich bietet der Film aber noch einen Nebenstrang. Der tendenzielle Faschist Nosh, auch der neue Innenminister des Landes gibt sich täglich die Ehre im Bastards, dem Bonzenrestaurant, indem er sich, wie auch alle anderen Wohlhabenden unter aller Sau benehmen. Biertrinkend, mit Plauze, Goldkettchen und prolligen Sprüchen gibt er als Prollinnenminister eine ekelhafte Figur ab, was speziellen Leuten, auf den Senkel geht. Die Rede ist von "Lemmy Kilmister der Band Motorhead und ein anderer Politiker, die die Verhaltensweisen des Innenministers studieren wollen. Spitzel sozusagen, was für einen wirklichen Zweck die beiden in dem Film haben, wird nicht näher erklärt.

Klingt eigentlich nach einer Menge parodischem Spass, stellenweise kann der Film auch wirklich punkten, Hier und da befinden sich gute und lustige Ansätze weist aber im Gegenzug viele Mankos auf. Da wären die Charaktere, die manchmal arg nerven, im Vordergrund der schwule Kellner Alex, der sich eigentlich als Unterdrückter perfekt für diese Rolle eignet, aber indes viel zu übertrieben dargestellt wurde, dass es einfach bloss nervt und unglaubwürdig wird. Der Innenminister, der völlig losgelöst biertrinkend sich rumprügelt und in Nobelrestaurant pöbelt und trotzdem von dem versnobten Mob der Wohlhabenden geliebt wird, unterhält gut, die Überzeichnung seines ekelhaften Charakters und seiner insgesamten Einstellung sind aber ein Manko, das so ziemlich alles in dem Film versaut. Dazu Charaktere, die zu wenig angesprochen werden und völlig farblos bleiben da man ihre Funktion nicht erfährt. Auch wenn Lemmy, mal den Bass schnappt und ein Lied seiner Band schmettert, kann das nicht wirklich viel retten. Viel zu Belanglos ist auch die Inszenierung des Ganzen, die Kritik an dem der Film arbeitet, versinkt in lächerlichen Dialogen, glaubwürdig ist hier nichts, was auch vorallem an den Charakteren liegt. Hier und diesbezüglich hätte ich mir mehr gewünscht. Auf das eigentliche, also das Endergebnis der Revolution Alexs muss man lange warten. Die Idee, das Bastards in EAT THE RICH umzubenennen, die Wohlhabenden auf die Speisekarte zu setzen, mag zwar ganz lustig sein, leider mangelt der Witz an seiner lahmen und nervigen Inszenierung.

Fazit:
Ein konfuser Film, dem etwas mehr Ernsthaftigkeit nicht geschadet hätte. Er biete jedenfalls viel Potenzial, Inszenierung, Charaktere versaut aber vieles.

5/10

Details
Ähnliche Filme