Dead Space - Downfall ist ein Zeichentrickfilm, der die unmittelbaren Ereignisse vor der Handlung des Sci-Fi-Horrorspiels Dead Space erzählt. Wer dieses bereits kennt, weiß, dass der Film zwangsläufig mit der absoluten Auslöschung sämtlicher beteiligten Personen enden muss, was er natürlich auch tut.
Genauer gesagt, geht es um die Sicherheitsoffizieren Vincent (ja, eine Frau, trotz des Namens), die, nach dem ein mysteriöses Artefakt, welches auf einer abgelegenen Kolonie gefunden wurde, auf die USG Ishimura gebracht wurde und sich so seltsame wie grausame Todesfälle häufen, den Dingen auf den Grund gehen will. Recht schnell wird klar, dass die Menschen, die sich anfangs gegenseitig umbringen, durch äußere Einflüsse in den Wahnsinn getrieben werden, die allem Anschein nach von dem Artefakt ausgehen. Nach dem allerdings unbeabsichtigter Weise eine sogenannte Necromorph-Motte an Bord kommt und sich über die Leichen hermacht, bricht die Hölle los...
Wer sich bereits mit dem Spiel beschäftigt hat, weiß, was nun folgt. Die Leichen mutieren zu einer Art klassischen Zombiemeute mit recht eklig verrenkten und viel zu vielen Gliedmaßen, die nichts unversucht lässt, jeden zu terminieren, der nicht ihrer eigenen Art angehört. Weiterhin weiß man auch, wie der Brut beigekommen werden kann: "Tactical Dismemberment". Hinter diesem wunderbaren PR-Jargon verbirgt sich das simple Entfernen aller überflüssiger Gliedmaßen. Während die Viecher nämlich recht immun gegen Projektile zu sein scheinen, kann ein Lichtschwert, hier durch Laserkettensägen vertreten, schon Wunder bewirken.
Letztlich scheitert die Rettung allerdings an dem Umstand, dass es auf dem gesamten Schiff mit über 1000 Mann Besatzung scheinbar nur 6 Sicherheitsleute gibt. Dies ist allerdings nicht die einzige Unlogik. Vor allem anfangs wird man förmlich mit Plotholes und Anschlussfehlern bombadiert (mein Favorit: Die Frau, die sich anfangs mit dem Laserpickel die Kehle zerfleddert, hat, als ihr Mann sie ins Schiff trägt, einen herrlich heilen Hals. Als sie dann mutiert ist er wieder wunderbar aufgerissen). Ansonsten gibt es schön trashige Dialoge mit übertrieben harten Sprüchen (die Protagonistin ist ja aber auch total hart) und Religionsgelaber, dass recht wenig Sinn im Gesamtkontext ergibt. Auch sonst suhlt sich der Film geradezu in Horrorklischees, wird aber trotzdem noch recht spannend. Leider werden viele offene Fragen nicht geklärt aber schließlich ist dies ein Prequel und man kann erwarten, dass das Spiel dann Aufklärung verschafft.
Auch halte ich die Entscheidung für falsch, den Film zum Spiel von Hand zu zeichnen, da dies doch einen recht gravierenen Stilbruch mit der Vorlage verursacht. Hier hätte ein CGI-Film im Stile des Spiels wirklich mehr gepasst. Immerhin ist all das aber vorzüglich vertont (zumindest im Original) und, ähnlich wie im Spiel, extremst (absichtliche Verwendung eines nicht existenten Superlativs) gorig. Man könnte schon davon sprechen, Braindead sei verzeichentrickt worden (natürlich ohne den Humor oder das Niveau).
Letztendlich bleibt ein kurzweiliges, zuweilen unfreiwillig komisches Horror-Gorefest, mit eindimensionalen, aber sympathischen Figuren und schön ekligen Viechern.
6,5/10