Da schau her, eine weitere Spieleverfilmung – wie originell! Nun gut, ganz so hart sollte man das wohl nicht sehen. Denn bei Dead Space: Downfall handelt es sich weniger um das Ausnutzen des Franchises, als eher einen Marketing Schnellschuß. Richtig nachvollziehbar ist das Ganze zwar nicht, denn prinzipiell ist eine Vorgeschichte zum sowieso schon Storytechnisch nicht allzu fordernden Dead Space so überflüssig wie ein Kropf, und kaufen wird sich nach dem Film wohl kaum einer das Spiel – eher umgekehrt, aber auf der anderen Seite ist es schön, dass es den Gamern dieser Welt ermöglicht wird noch ein wenig mehr in dem von Ihnen lieb gewonnenen Universum zu verbringen (Oh je, und da heißt es immer KURZE und PRÄGNANTE Sätze!). Nun, wie gesagt, prinzipiell ist Dead Space: Downfall ein unnötiges Stück billig produzierter Zeichentrick, aber EA hätten nicht soviel Erfolg mit dem Spiel wenn da nicht ein ganz wesentlicher Faktor wäre: Blut, Blut und nochmals Blut (Oh vergessen wir nicht Gedärm und zahlreiche Körperteile). Mögen Spiele wie Manhunt oder Postal unmenschlich, Gewaltverherrlichend, etc. sein – meiner Meinung nach toppt Dead Space im Bereich Gore alles Bisherige. Angeblich ist es ja vor allem im asiatischen Raum aus eben diesem Grund ein gern gesehener Beschlagnahmekandidat. Good ol´ Germany’s BPJM sah das anders und erteilte ein überraschendes OK (wenn auch nach mehrmaliger Vorlage seitens EA). Wer also das Spiel kennt – und alle anderen werden sich für den Film interessieren, wie ein Granitbrocken für Briefmarken – rechnet mit satter Action und Gewalt. Und für alle Skeptiker kann ich Entwarnung geben: die gibt es!
Die Handlung bringt erstmal nichts Neues ins Spiel (hihi!), was wir nicht schon wissen. Auf einem weit entfernten Asteroiden (oder Trabanten, whatever) wird bei Grabungsarbeiten ein eigentümliches Relikt gefunden. Ein Pendant dazu wurde schon vor einigen Jahren auch auf der Erde ausgebuddelt und schnell bildete sich darum ein Kult, der den Stein (oder was das Ding auch sein mag) als Erlöser (oder so …) feiert. Ein lustiger Konzern (und spätestens seit Alien wissen wir, dass solche Konzerne grundsätzlich Geldgeil und skrupellos sind) schickt das Schiff USG Ishimura auf den Weg um das Relikt abzuholen. Was jedoch keiner weiß; dieser klobige Stein war so eine Art Bannsiegel, dass eine gar schröckliche Alienrasse zurückhielt sich über alles Lebende her zu machen. Tja, es kommt wie es kommen muss: wie eine Art Pfropfen auf einer geschüttelten Sektflasche, ergießt sich nach Entfernen des Relikts eine ungeheure Masse an … ähm … Ungeheuern aus den Tiefen des Asteroids und innerhalb kürzester Zeit sieht sich die Besatzung der Ishimura auf ein Minimum reduziert mit hunderten, eher sogar tausenden von abartig hässlichen Viechern konfrontiert, die ausnahmsweise mal nicht durch Kopfschuss sterben können, sondern auch danach noch munter weiter schnetzeln. Zum Glück haben wir da noch eine kleine Gruppe Überlebender die sich der ausserirdischen Übermacht stellt. So weit so (aus zahlreichen Epigonen) bekannt.
Was auf den ersten Blick auffällt, und leider bis zum Ende konsequent eine hohe Wertung verweigert ist der billige Zeichentrick-Look. Alle Personen sind spartanisch im Stil von Disney-Vorabendserien gezeichnet. Das zerstört einiges an Atmosphäre, und auch wenn ich kein Fan von den sekundenlangen Standbildern japanischer Serien bin, wäre eine Anime-Lösung wohl atmosphärischer geworden. Ein paar der Computeranimationen (Raumschiffe, etc. werden natürlich nicht gezeichnet sondern „programmiert“) wissen jedoch zu gefallen, wirken allerdings nicht immer homogen mit den gezeichneten Teilen. Der Soundtrack wiederum ist vom Spiel übernommen und wirkt sich sehr atmosphärisch aus. Kennern der Vorlage dürfte hin und wieder, der ein oder andere Schauer über den Rücken jagen. Das Creature-Design ist ebenso wie im Spiel schön eklig und abartig, nur eben leider zu undetailliert gezeichnet. Ein Glück dass der Film nach einer kurzen Einführungsphase relativ schnell aufs Gaspedal drückt, so dass man sich irgendwann mit dem Stil abfinden kann. Allerdings hat diese Anfangsphase einen großen Haken. Das Ganze scheint nämlich über einen langen Zeitraum zu spielen – von der Entdeckung des Relikts, über die Anreise der Ishimura, zur Bergung und schließlich dem Wipeout der Minenarbeiter. Nur wird das im Film nicht klar. Keine einzige Einblendung im Sinne von „2 Monate später …“ macht deutlich dass all das nicht an einem Tag, oder gar ein paar Stunden spielt. Stattdessen wundert man sich dass innerhalb von 5 Minuten Erzählzeit plötzlich alle tot sind – irgendwie dachte ich, ich hätte da was verpasst. Nach dieser ungeschickten Exposition geht dafür endlich Schmitz´ Katze aber so was von ab dass all das egal ist – übrigens ebenso wie die äußerst dünne, fadenscheinige Handlung. Spätestens ab der 20. Minute wird in Blut gebadet dass es nicht mehr feierlich ist. Schön zu sehen, dass auch Amis Zeichentrick für Erwachsene produzieren können (der letzte Beitrag in dieser Art Heavy Metal F.A.K.K. war ja dann doch eher zam). Sex gibt’s zwar keinen (Sorry liebe Hentai-Fans) aber Gewalttechnisch wird so ziemlich alles aufgefahren was man sich als Splatterfilm-Freund wünscht.
Also langweilen tut der Film nicht und Blut gibt’s reichlich! Nur der Sinn, warum dieser Film rausgebracht wurde, will sich mir beim besten Willen nicht erschließen. Es gibt kaum Bezüge zur Haupthandlung des Spiels, und wenn, dann sind die schon hinreichend bekannt (wie etwa die Meuterei auf der Brücke); vertieft wird nichts. Die Freundin des Protagonisten des Games sieht man ein paar Sekunden beiläufig in einer Sequenz – und das obwohl sie eine tragende Rolle hat – zumindest eben im Spiel. Und das Bad Ending ist Vorraussetzung und dürfte somit niemanden mehr überraschen. Zudem frage ich mich, warum man nicht den kompletten Film á la Resident Evil – Degeneration gerendert hat. Damit würde sich der Film wunderbar in das Spiel einfügen und zudem optisch mehr her machen.
So sehr ich den Film also eigentlich genossen hab – denn langweilig wird einem beim besten Willen nicht – so überflüssig und unbrauchbar ist das Teil. Nicht mehr als ein ganz schön teurer Werbegag – ohne Sinn, denn wie bereits gesagt, keiner der das Spiel nicht schon kennt (also gespielt hat und besitzt) wird sich den Film anschaffen und neues bringt er auch nicht in die Geschichte. Hätte sich definitiv besser als Dreingabe für eine Special Edition gemacht.
Als Film an sich grade mal 6 Punkte, Kenner des Spiels dürfen ruhig noch einen dazu addieren.