Endlich kann ich mal wieder eine positive Review schreiben - Vinyan sei Dank. Der Film - allseits ja recht hoch gelobt- hat meine Erwartungen wahrlich nicht enttäuscht. Man sollte allerdings keinen reinen Horrorfilm erwarten, auch ist das Erzähltempo seeehr gemächlich, wer also auf Tempo, Action und Gemantsche steht braucht hier gar nicht erst sein Glück versuchen.
Vinyan beginnt zunächst wie ein Drama: Eltern haben Kind beim Tsunami verloren, Mutter glaubt, den Jungen auf Videoband erkannt zu haben und überredet Vater auf die Suche zu gehen. Diese entpuppt sich mehr und mehr als Dschungel-Horrortrip um gegen Ende in surreale Gefilde abzudriften, wobei das Ende mehrdeutig ist und sowohl realistisch als auch psychologisierend bzw. allegorisierend gedeutet werden kann. Ein deutlicher Pluspunkt des Films.
Unbedingt betont werden muß die gekonnte formale Umsetzung. Exzellente Kamera und hervorragend in Szene gesetzte Settings machen Vinyan zu einem echten Hingucker über den man die streckenweise etwas langatmige Erzählung glatt vergisst. Einen Hauch von Roegs genialem DON'T LOOK NOW mit einer Prise APOCALYPSE NOW abgerundet mit einem Hauch HERR DER FLIEGEN kann man m.E. wiederentdecken.
Sei's drum: Klare Empfehlung von meiner Seite, sicherlich nicht jedermanns Geschmack - ich fand den Film jedenfalls stark.
8,5 / 10