Patrick Bateman ist an der Wallstreet erfolgreich, gut aussehend und Teil einer sophisticated aufstrebenden Gesellschaft von jungdynamischen Yuppies. Scheinbar perfekt ist sein äußeres Erscheinungsbild, um alles in der Welt will er dazu gehören. Doch hinter der aalglatten, narzisstischen Fassade lauert ein ganz anderer Bateman, der seinen eigenen Vorstellungen nie gerecht wird. Der Perfektionist in jeder Hinsicht versteckt sein psychopathisches Wesen hinter High-Society-Allüren, die absolut köstlich inszeniert sind. Doch sosehr er sich anstrengt, so gesichtslos bleibt seine Person und sein Ärger wird größer. Der ein oder andere Mord bleibt da als Ventil nicht aus, auch da wird der Zuschauer mit dem schwarzen Humor vorzüglich unterhalten, wenn Bateman über seine mainstreamige Lieblingsmusik philosophiert, die übrigens genau so wenig eigenen Charakter ausstrahlt. Selbst als er sich schon entdeckt fühlt, ist er anscheinend nicht greifbar, weder für den ermittelnden Detective Donald Kimball (William Dafoe) im Nacken, noch für sein Umfeld (man beachte, wie oft er mit falschem Namen angesprochen wird). Die Figuren, die sich selbst nur allzu wichtig nehmen, erscheinen allesamt austauschbar, denn allein die Position und die Anwesenheit bei bestimmten Anlässen ist von Belang. Inhalt der Gespräche sind nur nebensächlich und unterstreichen die Dekadenz, mit der der innerliche Sitten- und Werteverfall überdeckt wird. Christian Bale spielt einzigartig den Psycho, amüsant und sehr überzeugend zugleich. Die absurde Brutalität der Romanvorlage von Bret Easton Ellis wird hier nicht grafisch dargestellt, vielmehr legt Regisseurin Mary Harrison Wert auf die Verhaltensweisen ihrer Protagonisten, besonders auf die des Serienkillers Patrick Bateman, der arrogant und letzlich auch bemitleidenswert ist, immer aber unberechenbar. Viel Mühe gab man sich bei der originalgetreuen Gestaltung der Sets, um die 80er Jahre wieder aufleben zu lassen, umso besser funktionieren die Seitenhiebe auf eine materialistische Gesellschaft Amerikas aus der Zeit. Das eigene Flair und ein bestechender Hauptdarsteller heben "American Psycho" deutlich aus der Menge vergleichbarer Produktionen hervor.
Fazit: Kommt zwar nicht an das Buch heran, als böser Satirethriller allerdings immer noch ein absolutes Highlight. 8/10 Punkten