Bret Easton Ellis schuf mit dem Roman „American Psycho“ ein absolutes Kultbuch und jede Menge Kontroversen: Aufgrund der im Buch beschriebenen Gewaltexzesse landete es kurzerhand auf dem Index, wurde mittlerweile aber wieder freigegeben. Die Regisseurin Mary Harron, die sich 1996 mit dem Film „I Shot Andy Warhol“ einen Namen machte, entdeckte das Potential, das im Buch steckte und verfilmte dieses. In der Hauptrolle des coolen Killers: Christian Bale...
Story:
Der junge Wall Street-Angestellte Patrick Bateman (Christian Bale) hat alles was er braucht: Eine große, geschmackvolle Wohnung, Dutzende, teure Anzüge und auch sonst Geld wie Heu. Er besucht die angesagtesten Clubs und besitzt eine Repertoire von Kosmetikartikeln, von der jede Frau träumten würde. Doch Luxus allein macht auch nicht glücklich: Seine innere Leere entlädt sich in extremen Morden, welche er meist an Prostituierten begeht. Aber auch seine Arbeitskollegen sollten sich fürchten, denn bald macht er vor Niemanden mehr halt und die Leichenberge stapeln sich in seiner Wohnung...
Fazit:
Der Film, sowie das Buch, stellen eine gelungene Abrechnung mit dem Yuppietum junger, aufstrebender Bürotiere dar. Steckt in dem ständigen Vergleichen von Visitenkarten und welcher wohl die Beste hat, nicht der wahre Wahnsinn? Christian Bale liefert, als neues Gesicht Hollywoods, eine absolute Glanzleistung ab und auch Willem Dafoe, dessen Auftritt sich hier auf eine Nebenrolle beschränkt, bietet ein grandioses Minenspiel. Musikalisch werden, neben wenigen klassischen Motiven, sonst nur grelle 80er Titel geboten, was sicher nicht Jedermanns Sache ist, aber in den Film perfekt paßt, spielt er doch im Jahre 1987. Was die im Buch angesprochenen Gewaltausbrüche angeht, wurde ein Gang zurückgeschaltet, hier versucht man nämlich das Satirische der Vorlage rauszuholen, wer also brutale Szenen oder gar Splattermomente erwartet, wird enttäuscht, was aber nicht bedeuten soll, daß der Film ohne Gewalt auskommt: Für einen FSK:16-Film wird schon Einiges geboten! Wobei wir beim Thema wären: Um in Amerika eine Rated-R Freigabe zu erhalten, mußten zirka 17 Sekunden herausgeschnitten werden, welche aber nur kurze Sexszenen darstellen, prüdes Amerika! Leider gibt es in Deutschland auch nur diese Fassung, ob jemals die Unrated zu uns kommt, steht wohl in den Sternen.
Doch nun zum Abschluß: „American Psycho“ ist ein kühler Mix aus Thriller und bitterböser Satire, welcher zwar im Vergleich zum Buch, zu zahm wirkt, aber durch die tolle Darstellung von Christian Bale brillieren kann.